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BISCHOFSZELL: Privatwirtschaft macht es vor

Im Rathaus zeichnet sich eine elementare Änderung ab. Der Stadtrat trägt sich mit dem Gedanken, das Geschäftsleitungsmodell einzuführen. Am Informationsanlass überwogen die zustimmenden Voten klar.
Georg Stelzner
Thomas Weingart, Stadtpräsident von Bischofszell, erläutert im Bürgersaal das Geschäftsleitungsmodell. (Bild: Georg Stelzner)

Thomas Weingart, Stadtpräsident von Bischofszell, erläutert im Bürgersaal das Geschäftsleitungsmodell. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

georg.stelzner

@thurgauerzeitung.ch

Auffallend viele Einwohner fanden sich am Mittwochabend im Bürgersaal des Rathauses ein, wo die neue Veranstaltungsreihe namens «Inforum» Premiere feierte. Mit ihrem Erscheinen bewiesen sie ein gutes Gespür für wichtige politische Entwicklungen. Eine solche könnte dieses Jahr in Bischofszell eingeleitet werden, stellt der Stadtrat doch die Einführung des Geschäftsleitungsmodells zur Diskussion.

Stadtpräsident Thomas Weingart brachte es auf den Punkt: Die zeitliche Beanspruchung der Stadtratsmitglieder hat eine kritische Grenze erreicht oder sogar überschritten. Zudem würde etwas mehr als die Hälfte der Zeit nicht explizit für Exekutivaufgaben aufgewendet. «Der Stadtrat will daher die Kommissionen reorganisieren und das Geschäftsleitungsmodell einführen», erklärte der Stadtpräsident. Angewandt wird es erst in drei der 80 Thurgauer Gemeinden.

Verwaltung erhält mehr Kompetenzen

Eine Analyse hat laut Weingart ergeben, dass sich der Stadtrat momentan mit zu vielen operativen Geschäften befasst und er zu wenig Zeit für strategische Fragestellungen hat. Im Laufe der Jahre hätten sich Operatives und Strategisches vermischt. Weingart sagte, dass beim Geschäftsleitungsmodell der Stadtrat die politische Führung der Ressorts innehabe, während die Führung der Verwaltung die Aufgabe einer von Kaderleuten gebildeten Geschäftsleitung sei. Diesem Gremium könne auch der Stadtpräsident angehören.

Die Trennung von operativer und strategischer Ebene würde nach Einschätzung Weingarts das Arbeitspensum des Stadtrats signifikant reduzieren und die Effizienz nach innen und aussen steigern. Hohe Kosten dürfe die Umstellung jedoch nicht zur Folge haben. Vermieden werden müsse auch, dass ein unüberschaubarer, bürgerferner Apparat entsteht. Mit der Umstellung würde eine Reduzierung und teilweise Verkleinerung der Kommissionen einhergehen. Es gäbe aber auch zwei neue Kommissionen: eine für Einbürgerungen und eine für gesellschaftliche Belange.

In der Diskussionsrunde äusserten Vertreter der Bischofszeller Ortsparteien ihre grundsätzliche Zustimmung zur Einführung des Geschäftsleitungs- modells. Vereinzelte kritische Stimmen, die zur Vorsicht mahnten, gab es aber auch. So forderte der frühere Stadtrat Hermann Jordan eine klare Regelung der Zuständigkeiten, und Walter Bollier, langjähriger Bischofszeller Gemeinderat, äusserte leise Zweifel, ob bei einer Konzentration auf strategische Aufgaben noch genug «Fleisch am Knochen» wäre. Spontan zusagen könne er daher nicht. Der ehemalige Stadtschreiber Elmar Juchli wiederum gab zu bedenken, dass sich viele Aufgaben nicht ohne Weiteres vom Stadtrat an die Geschäftsleitung delegieren liessen.Der Stadtpräsident betonte, dass die Beschäftigung mit der Thematik nicht automatisch bedeute, dass das neue Modell auch ein- geführt wird. Der Grundsatz- entscheid soll laut Weingart an der Gemeindeversammlung vom 13. Juni getroffen werden, der Beschluss zur Einführung könnte im Jahr 2019 gefasst werden.

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