BISCHOFSZELL: Noch viele ungeklärte Fragen

Die Stimmberechtigten der Katholischen Kirchgemeinde genehmigten die Zuweisung von 50 000 Franken in einen Fonds für die Planung des Kirchenzentrums.

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Als Kirchenzentrum für Katholisch-Bischofszell im Gespräch: Schlossremise am Hofplatz. (Bild: Georg Stelzner)

Als Kirchenzentrum für Katholisch-Bischofszell im Gespräch: Schlossremise am Hofplatz. (Bild: Georg Stelzner)

Die Rechnung 2016 der Katho­lischen Kirchgemeinde Bischofszell, über die am Sonntag an der Gemeindeversammlung in der Pelagiuskirche abgestimmt wurde, schliesst mit einem Gewinn von rund 88 000 Franken und damit gut 86 000 Franken besser ab als budgetiert. Gründe für das gute Ergebnis sind höhere Steuereinnahmen und der Umstand, dass eine Katechetenstelle noch nicht besetzt werden konnte.

Über die Verwendung des Gewinns waren sich die 77 Stimmbürger nicht einig. Die Kirchenvorsteherschaft hatte vorgeschlagen, vom Gewinn 50 000 Franken in einen Fonds zur Vorfinanzierung der Planung eines Kirchenzentrums einzu­legen und den Rest als Gewinnvortrag zu verbuchen. Thomas Diethelm, Präsident der Kirchenvorsteherschaft, erklärte zu diesem Punkt, dass aber zuerst der Entscheid der Stadt über die weitere Verwendung oder den Auszug der Technischen Gemeindebetriebe abgewartet werde, bevor man sich an eine Detailplanung des Projekts in der Remise des Schlosses mache. Da dieser Entscheid gegen Ende dieses Jahres fallen sollte, könnte dann mit der Detailplanung begonnen werden. Inzwischen sei es sinnvoll, die Zeit für vorbereitende Arbeiten zur konkreten Planung zu nutzen. Dazu gehörten unter anderem das Erstellen von Finanzierungsmodellen und denkmalpflege­rische Abklärungen. Diethelm betonte zudem, dass die Behörde nicht nur in Richtung Schloss­remise weiterarbeite, sondern auch andere Optionen prüfe.

Gegenantrag eines Kirchbürgers

In der Diskussion über die Verwendung des Gewinns der Jahresrechnung meldete sich ein Stimmbürger aus St. Pelagiberg zu Wort. Er fand, dass es zu früh sei, mit der Detailplanung für das Kirchenzentrum zu beginnen. Zuerst solle der Entscheid der Stadt abgewartet werden. Obschon Präsident Diethelm und Kirchenpflegerin Corinna Pasche-Strasser erklärt hatten, dass bezüglich Schlossremise vorerst nicht weiter geplant werde, stellte der Votant den Antrag, den gesamten Gewinn der Rechnung dem Eigenkapital zuzuweisen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Daraufhin wurde die Gesamtrechnung inklusive Gewinnverwendung einstimmig genehmigt.

Zum Schluss gab Thomas Diethelm bekannt, dass in der Person von Marija Kunac eine Religionspädagogin am 1. August 2017 ihre Arbeit im Pastoralraum aufnehmen wird. Für die Vakanz durch den Wegzug von Niklaus Hofer habe man noch keine Nachfolgelösung gefunden. Diskutiert habe die Behörde auch, ob man künftig Budget und Rechnung in einer Versammlung behandeln könnte. Nach Rücksprache mit der Landeskirche habe man beschlossen, weiterhin zwei Versammlungen durchzuführen.

Erwin Schönenberger

bischofszell@thurgauerzeitung.ch