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BISCHOFSZELL: Nicht zufrieden mit der Brotrinde

An der zweiten Veranstaltung der Elternschule Bischofszell sprach Susanna Vogel-Engeli über die Möglichkeit, die Liebe auf fünf Kanälen zu senden.

«Wären sie zufrieden mit der Schale eines Apfels oder der Rinde eines Brotes? Wäre da nicht die Sehnsucht nach einer reichhaltigen Nahrung?», fragte Susanna Vogel-Engeli die 80 Zuhörer im Sandbänkli. Jeder Mensch sehne sich, aufrichtig geliebt zu werden, möchte aber auch Liebe schenken, machte die Referentin des Abends klar.

Es gebe verschiedene Beziehungssprachen, welche in Partnerschaften und Freundschaften gelebt werden und die für ein «Sich-geliebt-Fühlen» verantwortlich sind. Ebenso seien sie in der Familie und in der Beziehung zwischen Eltern und Kind sowie mit erwachsenen Kindern ein wichtiges Thema. Kennen Familienmitglieder und Menschen voneinander die bevorzugte Liebessprache, fliesse die Liebe und Anerkennung nährender hin und her, und der Selbstwert könne nachhaltiger gestärkt werden. Als Grundlage dienten Vogel-Engeli die Bücher von Gary Chapman.

Laut Susanna Vogel besteht die Möglichkeit, die Liebe auf fünf Kanälen zu senden: «Ungeteilte Aufmerksamkeit», «Hilfsbereitschaft», «Berührung», «Wertschätzung und Anerkennung» und «Schenken». Im gegenseitigen Gespräch tauschten sich die Anwesenden aus zu Fragen wie: In welchem Zusammenhang habe ich Interesse an diesem Thema? Was wünsche ich mir von diesem Abend? Wo und wie habe ich heute Liebe gegeben und welche Situationen haben mich heute genährt und gestärkt?

Geliebt zu werden ist existenziell

Für die Erwachsenenbildnerin gehört es zur Existenzgrundlage eines Menschen, Leute um sich zu haben, von denen man geliebt und geschätzt wird. Für sie ist zentral, dass, wenn man den Kanal des Gegenübers kennt, nachhaltiger genährt werden kann. Bei der Liebessprache der ungeteilten Aufmerksamkeit steht die Qualität vor der Quantität. Man zeigt dem Gegenüber, dass man körperlich und emotional ganz für den Andern da ist. Dabei sind Rituale, gemeinsame Arbeiten, spontane Aktivitäten, gemeinsame Erlebnisse und Spiele wichtig.

Verletzend wirken können hier das Vermeiden des Augenkontaktes, der Entzug der Aufmerksamkeit und materieller Ersatz. Bei der Liebessprache der Hilfsbereitschaft sind Zuverlässigkeit, das Anpacken von irgendetwas für den Andern, Hilfe zur Selbsthilfe und das Anbieten von Entlastungen wichtig. «Das Nichteinhalten, Unpünktlichkeit, das Ablehnen der Hilfe und das Knüpfen an Bedingungen sind verletzend bei dieser Sprache», sagt Vogel. Im Zentrum stehen bei der Liebessprache der Berührung neben Zärtlichkeiten das Händehalten, spontane Umarmungen, Massage oder Wickel.

Bei der Wertschätzung und Anerkennung gibt man dem Gegenüber beispielsweise zu verstehen: Ich liebe dich, ich schätze deine Hilfe, es gefällt mir, wie du deine Haare trägst oder die Wanderung hat mir gefallen. Verzichten sollte man hier auf eine kaum verbale Anerkennung, auf das Fokussieren der negativen Verhaltensweise. Geschenke sind sichtbare Zeichen der Liebe und diese Liebessprache lässt sich – so Vogel – ideal kombinieren mit andern Liebessprachen.

Werner Lenzin

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

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