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BISCHOFSZELL: Nachwuchs lernt Demokratie

In der Rosenstadt werden künftig auch Primarschüler etwas zu sagen haben – nämlich im neugegründeten Kinderrat. Das Gremium nimmt seine Arbeit im März auf, zunächst als einjähriges Pilotprojekt.
Georg Stelzner
Stadträtin Nina Rodel (Ressort Gesellschaft und Gesundheit) und Schulsozialarbeiter Christian Steiner im Bürgersaal des Bischofszeller Rathauses, wo der Kinderrat seine Sitzungen abhalten wird. (Bild: Donato Caspari)

Stadträtin Nina Rodel (Ressort Gesellschaft und Gesundheit) und Schulsozialarbeiter Christian Steiner im Bürgersaal des Bischofszeller Rathauses, wo der Kinderrat seine Sitzungen abhalten wird. (Bild: Donato Caspari)

Georg Stelzner

georg.stelzner

@thurgauerzeitung.ch

«Kinder an die Macht!», fordert Herbert Grönemeyer schon seit vielen Jahren. Der deutsche Sänger vertritt in seinem Hit die Ansicht, dass die Welt in Kinder-hände gehöre und man ihnen das Kommando geben solle, um den Trübsinn zu beenden. So weit wird es in Bischofszell zwar nicht kommen, doch mit seinem Beschluss, für Kinder ein eigenes Gremium zum Zwecke der Mitsprache zu schaffen, schlüpft der Stadtrat Bischofszell im Kanton Thurgau in eine Pionierrolle.

Den Anstoss zur Installierung des Kinderrats gab Christian Steiner, Schulsozialarbeiter für die Primarstufe: «Ich finde die Partizipation von Kindern etwas ganz Wichtiges. Und ich staune immer wieder, wie lösungsorientiert sie sind und auch bereit, Verantwortung zu übernehmen.» Bei Stadträtin Nina Rodel rannte Steiner mit seinem Anliegen offene Türen ein. «Ich hatte diesen Ge- danken auch schon und war deshalb sofort Feuer und Flamme», sagt die dreifache Mutter, die sich freut, eine kompetenten Mitstreiter gefunden zu haben.

Themen müssen für Kinder interessant sein

Die Mitglieder des Kinderrats werden von den Schülerinnen und Schülern der Bischofszeller Schulanlagen demokratisch gewählt. Nicht vertreten ist vorerst das Schulhaus Nord, weil dort im Moment nur eine erste Klasse unterrichtet wird. «Wir sind der Meinung, dass es für Erstklässler noch zu früh wäre; sie sollen zuerst richtig in der Schule ankommen», erklärt Rodel. Zu einem späteren Zeitpunkt sei eine Aufstockung des Kinderrats auf maximal 15 Mitglieder möglich.

Als Beispiele für die Betei- ligung am politischen Prozess nennt die Stadträtin die Sanierung der Spielplätze, die Organisation von Veranstaltungen oder die Erarbeitung eines Konzepts für den Langsamverkehr. «Das sind alles Themen, die für Kinder ebenfalls interessant sind und bei denen sie gut eigene Meinungen einbringen können», führt Rodel aus. Kinder würden sehr gut beobachten und könnten dadurch auch wertvolle Inputs liefern. Der Kinderrat sei eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Schülerinnen und Schüler mit den Praktiken und Mechanismen der Demokratie vertraut zu machen. Nach Einschätzung Steiners wird es sehr wichtig sein, dass die Kinder nicht nur mitreden dürfen, sondern im Rahmen ihres Engagements auch konkret etwas be- wirken können. «Sonst verleidet es ihnen irgendwann», gibt der Schulsozialarbeiter zu bedenken. Immerhin seien die gewählten Mitglieder zur regelmässigen Teilnahme an den Sitzungen des Kinderrats verpflichtet. Nina Rodel ist gleicher Meinung: «Ich werde es als meine Aufgabe betrachten, die Anliegen der Kinder im Stadtrat zu vertreten.»

Mit Begleitperson und Projektgruppe

Laut Rodel wird es den Kinderrat bis Ende der laufenden Legislaturperiode als Pilotprojekt geben. Ziel sei es aber, diese Einrichtung langfristig zu etablieren. «Wir wagen uns an etwas Neues, was bedeutet, dass auch vieles zuerst ausgetestet werden muss», er-läutert die Stadträtin. Christian Steiner stehe dem Kinderrat als Begleitperson zur Seite und trage auch die operative Verantwortung. Ausserdem existiere eine sechsköpfige Projektgruppe.

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