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BISCHOFSZELL: Inmitten einer Zeitenwende

Der Billettverkauf durch Personal nimmt kontinuierlich ab. Wie lange Migrolino diesen Service noch anbieten wird, ist ungewiss. Der Stadtrat will die Bevölkerung mit Kursen für die Zukunft fit machen.
Georg Stelzner
Bahnhof Bischofszell Stadt: Wo sich einst der SBB-Schalter befand, ist heute ein Migrolino-Laden untergebracht. (Bild: Georg Stelzner)

Bahnhof Bischofszell Stadt: Wo sich einst der SBB-Schalter befand, ist heute ein Migrolino-Laden untergebracht. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Nachdem in der Vorwoche der Ständerat dem Beispiel des Nationalrats gefolgt ist und ein Moratorium gutgeheissen hat, kommt es in der Diskussion über die Zukunft der Drittverkaufsstellen zu einer zweijährigen Atempause. Bis 2020 sollen die SBB keine dieser Einrichtungen schliessen dürfen. Doch was geschieht nach dieser Schonfrist? Die Situation ist insofern kompliziert, unsicher und problematisch, als die Verträge mit den SBB Ende dieses Jahres auslaufen. Der Stadtrat Bischofszell möchte für alle Eventualitäten gerüstet sein und nimmt das Heft jetzt selbst in die Hand.

«Wir wollen die Bürger in Zukunft gezielt über Möglichkeiten informieren, wie sie über alternative Kanäle ein Bahn- oder Busbillett erwerben können», erklärt Stadtrat Boris Binzegger. In der Rosenstadt sollen ab 2018 Kurse angeboten werden, in denen man lernen kann, Automaten zu bedienen und ein Billett im Internet zu bestellen. Binzegger verweist auf positive Erfahrungen, welche die Nachbargemeinde Hohentannen mit dieser Methode gemacht hat.

Öffentlicher Verkehr kostet eine Stange Geld

Das Engagement Bischofszells in dieser Angelegenheit erklärt Binz­egger mit den grossen Summen, welche die Stadt Jahr für Jahr zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs beisteuern muss: «Im Vorjahr waren es über 260000 Franken, und die Tendenz ist steigend.» Der Stadtrat habe daher ein grosses Interesse daran, mögliche Hürden für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel aus dem Weg zu räumen. Die Bürger sollten ohne grossen Aufwand im Stande sein, das vorhandene Angebot zu nutzen.

Binzegger betont, dass man mit den Kursen den Migrolino-Laden – die Einkaufsmöglichkeit am Bahnhof Bischofszell Stadt gibt es seit bald fünf Jahren – nicht konkurrenzieren wolle. Das sei nicht die Absicht. Der Stadtrat müsse jedoch vorausschauend planen und handeln. Die Dienstleistung von Migrolino finde in der Bevölkerung durchaus Anklang – besonders bei jenen Leuten, die nur selten Bahn oder Bus fahren und im Umgang mit Automaten nicht geübt sind. Sie könnten ihren Wunsch derzeit noch im Kontakt mit Personal äussern, was vor allem von der älteren Generation geschätzt werde. Wie es mit der Drittverkaufsstelle in Bischofszell weitergeht, vermag Binzegger im Moment noch nicht zu sagen. «Weder die SBB noch Migrolino haben uns bisher darüber informiert», sagt er.

Vorschlag des Kantons ist kein Thema mehr

Da das eidgenössische Parlament zum Moratorium Ja gesagt hat, ist der Vorschlag des Departements für Inneres und Volkswirtschaft vorerst vom Tisch. Dieser hätte eine Zusammenarbeit mit der Post und den Appenzeller Bahnen vorgesehen. Die Installation des Verkaufsgeräts und die erste Schulung hätten gemäss diesem Modell die Standortgemeinde finanzieren müssen, für die Jahresmiete des Geräts wären der Kanton Thurgau und die Gemeinde je zur Hälfte aufgekommen.

Für die Stadt Bischofszell sei das ohnehin keine Option ge- wesen, führt Binzegger aus. Zum einen wegen der Kosten von 22000 Franken für eine fünfjährige Vertragsdauer, zum anderen wegen der wesentlich geringeren Öffnungszeiten. Der Migrolino sei 95 Stunden pro Woche geöffnet, die Post lediglich 55 Stunden.

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