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BISCHOFSZELL: «Ich habe viel dazugelernt»

Ende Juli tritt Felix Züst als Präsident der Volksschulgemeinde zurück. Der 55-jährige Hauptwiler möchte die vergangenen acht Jahre nicht missen. Den Zeitpunkt seiner Demission hat er bewusst gewählt.
Georg Stelzner
Felix Züst, Präsident der Volksschulgemeinde Bischofszell von 2009 bis 2017. (Bild: Donato Caspari)

Felix Züst, Präsident der Volksschulgemeinde Bischofszell von 2009 bis 2017. (Bild: Donato Caspari)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Herr Züst, Sie machen einen ausgesprochen entspannten Eindruck. Ist die Erleichterung, das Amt bald abgeben zu können, so gross?

Ja, ich spüre Erleichterung. Mir wird die Riesenverantwortung erst jetzt, am Ende meiner Amtszeit, so richtig bewusst. Die Funktion des Schulpräsidenten ist eine überaus vielschichtige Aufgabe. Ich habe enorm viel dazugelernt. Zum Beispiel im bautechnischen Bereich, aber auch bezüglich Personalführung, Finanzen und Informatik.

Was hat Sie bewogen, gerade jetzt zurückzutreten?

Es gibt zwei Gründe. Zum einen bekommt die Volksschulgemeinde Bischofszell neue Strukturen. Die mit dem Präsidium betraute Person wird sich in Zukunft anderen Aufgaben zu widmen haben. Deshalb denke ich, dass ein Wechsel an der Spitze der Behörde sinnvoll ist. Zum andern bin ich jetzt 55. In vier Jahren wäre es für mich bedeutend schwieriger, eine neue Stelle zu finden.

Schulpräsidenten sind öffentlicher Kritik ausgesetzt. Wie gingen Sie damit um?

Mir war bewusst, dass ich in diesem Amt angreifbar bin. Ich habe es immer so gehandhabt, dass ich zwischen meiner Person und der Funktion unterschieden habe. Das hat sich bewährt.

Gab es Momente, in denen Sie sich gewünscht hätten, nicht Schulpräsident zu sein?

Das war immer dann der Fall, wenn ich aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes die Öffentlichkeit nicht so umfassend informieren konnte, wie ich es im Grunde gewollt hätte.

Was sagen Sie zur Verkleinerung der Schulbehörde auf fünf Mitglieder? Dadurch geht viel Erfahrung verloren.

Grundsätzlich ist das so, aber man kann auch alles lernen. Zudem ist bei den neuen Strukturen unserer Schulgemeinde darauf geachtet worden, dass die Aufgaben und Positionen personenunabhängig funktionieren und ein pädagogischer Leiter Auf- gaben übernimmt.

Wenn Sie die Situation im Jahr 2009 mit der heutigen Zeit vergleichen: Was sind die grössten Unterschiede?

Die Volksschulgemeinde Bischofszell ist jetzt eine Einheit. Das zeigt sich unter anderem an der breiten Zustimmung zu diversen Kreditbegehren. Ein aktuelles Beispiel ist der Kindergarten-Neubau in Zihlschlacht. Es ist gelungen, die Standorte zusammenzuführen, ohne sie dabei ihrer Identität zu berauben.

Gab es in Ihrer Amtszeit trotzdem auch schwierige, umstrittene Vorhaben?

Kontrovers und lange verlief die Diskussion über die künftige Grösse der Schulbehörde. Da musste Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Was bereitet Ihnen rück- blickend besonders Freude?

Ich bin froh, dass heute Zivildienstleistende in unseren Schulhäusern tätig sind und dass dieses Modell gut funktioniert. Alle Beteiligten profitieren davon.

Die Position der Eltern ist zusehends stärker geworden. Eine positive Entwicklung?

Eigene Interessen auf Kosten der Allgemeinheit zu betonen ist ein weitverbreitetes gesellschaftliches Phänomen. Sinnvoll wäre es, die Situation des eigenen Kindes im Kontext der ganzen Schule zu beurteilen. Diese Einsicht fehlt bei einigen Eltern.

Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?

Das weiss ich selber noch nicht. Es muss nicht zwingend wieder eine schulische Tätigkeit sein. Ich werde bis Ende Jahr eine Auszeit nehmen und mich mit Dingen beschäftigen, für die ich in den letzten Jahren kaum Zeit hatte. Ich möchte lesen, Gedichte schreiben und eine Reise durch den Osten Deutschlands machen.

Was wünschen Sie Corinna Pasche-Strasser, Ihrer Nachfolgerin im Schulpräsidium?

Vor allem Geduld. Hektik ist in diesem Amt kein guter Ratgeber.

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