BISCHOFSZELL: Himmlisch böhmisch

Die neugegründete böhmische Blaskapelle unter Leitung von Felix Dörflinger feierte ihre Taufe mit einem Blasmusikfest. Taufpatin war die Apfelkönigin.

Drucken
Teilen
Dirigent Felix Dörflinger umarmt Apfelkönigin Angela Stocker, während Josef Mattle die Laudatio hält. (Bild: Trudi Krieg)

Dirigent Felix Dörflinger umarmt Apfelkönigin Angela Stocker, während Josef Mattle die Laudatio hält. (Bild: Trudi Krieg)

Das Ziel der böhmischen Blasmusikfreunde Bischofszell, die Tradition der Blasmusiksonntage wiederzubeleben, war erreicht. Die Blaskapelle Heidiland aus dem Sarganserland und die Chüelibach-Musikanten aus dem Berner Seeland stimmten am Sonntagvormittag in der Bitzihalle auf Blasmusik im böhmisch-mährischen Stil ein.

Dann betrat die neu gegründete Kapelle die Bühne, klassisch in Schwarz-Weiss gewandet mit Schärpen in den Bischofszeller Farben Rot und Gelb. Mit «Moja ceska vlast», dem Walzer Nummer eins in Südböhmen und Polkas gaben die fünf ehemaligen Mitglieder der Egnacher Musikanten und die neu Hinzugekommenen als neues Ensemble ihr Début. Sie wurden angefeuert von Dirigent Felix Dörflinger, der auch das Publikum mitriss. Hanspeter von Siebenthal, der zusammen mit Vladislav Kubes das jährliche Festival im tschechischen Sobeslav organisiert, kam als Gratulant, und Josef Mattle, selber ein grosser Freund der böhmischen Blasmusikfreunde, begleitete die Apfelkönigin feierlich auf die Bühne.

Dann wurde das Geheimnis gelüftet. Apfelkönigin Angela Stocker zog die Fahne mit dem bis dahin geheim gehaltenen Namen der neu gegründeten Blaskapelle aus dem Trichter des Tenorhorns: Die Bischofszeller Bömischen. Unter Assistenz des ehemaligen Stadtpräsidenten taufte Angela Stocker die Fahne, unter welcher die Bischofszeller Bömischen von nun an auftreten.

Die neue Kapelle wurden gebührend gefeiert. Josef Mattle schenkte das Stück «Die Apfel Polka» und Heimweh-Tschechin Alena schenkte die Noten zur «Navlachovce Polka». Als die Bischofszeller Böhmischen dieses letzte Stück spielten, schwenkte das Publikum rote Servietten zum Ausdruck der Begeisterung.

Mit so vielen Gästen hatten die Organisatoren nicht gerechnet: «Wir wurden total überrascht. Was will man mehr als ein ausverkauftes Haus, wo man Stühle herbeischaffen muss?» sagte Felix Dörflinger glücklich strahlend. Jetzt sei es keine Frage mehr, der Anlass werde nächstes Jahr wieder durchgeführt, und die böhmische Blasmusik soll ein fester Bestandteil des Bischofszeller Kulturlebens werden.

Trudi Krieg

bischofszell@thurgauerzeitung.ch