BISCHOFSZELL: Groll verhindert Kreativität

Am ökumenischen Frauenfrühstück sprach Monika Riwar über die Kunst des Vergebens.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Referentin Monika Riwar. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Referentin Monika Riwar. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

BISCHOFSZELL. «Vergeben ist eine Wohltat für die Seele», sagte die evangelische Theologin und Pfarrerin aus Muri AG. Vergeben helfe, gesund zu bleiben an Leib und Seele, denn wer nachtragend ist, müsse viel schleppen. Groll belaste den Organismus und blockiere die Kreativität. Die Referentin zeigte an Beispielen auf, was das Vergeben ermöglicht, was es schwierig macht, und wie es eingeübt werden kann.

Ein reichhaltiges Morgenessen, liebevoll dekorierte Tische und angeregte Gespräche: So präsentierte sich die Bitzihalle am Mittwoch. 250 Frauen jeden Alters waren der Einladung zum ökumenischen Frauenfrühstück gefolgt. Das Organisationsteam und die zahlreichen Helferinnen und Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Im Zentrum stand das Referat «Vergeben ja – vergessen nie?!» von Monika Riwar.

Konflikte, Verletzungen und Enttäuschungen gehören laut Riwar zum Leben. «Schweres Unrecht kann man nicht vergessen.» Vergeben bedeute nicht vergessen. Vergeben heisse neue Sichtweisen gewinnen. Für die Theologin ist Vergebung nicht nur eine Frage des Könnens, sondern auch des Wollens. Es lohne sich nicht, an den Missständen der Vergangenheit festzuhalten. Beim Vergeben fänden intensive innere Selbstgespräche statt. Es sei eine gedankliche Bewältigung eines Ereignisses, das zunächst seelischen Schmerz wie Wut, Ärger und Enttäuschung auslöst.

Gespräche mit Gott und mit Menschen könnten dabei hilfreich sein. Ein wichtiger Schritt sei es auch, einen Zeitsprung in die Zukunft zu wagen und sich auszumalen, was sich positiv verändert, wenn die Vergebung einmal vollzogen ist. Riwar betonte: «Durch Vergebung gewinnt man ganz viel, verliert aber nichts.»

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Duo Zwilch. Elias Menzi am Hackbrett und Isabelle Rey an der Geige ernteten für ihre stimmungsvollen Klänge grossen Applaus.

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