BISCHOFSZELL: Es beginnt mit dem Hornstoss

Am Silvestermorgen ziehen die Schulkinder traditionsgemäss mit ihren Lärminstrumenten durch die Strassen und Gassen. Einst wurden damit die bösen Geister vertrieben.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Maria Kolaj mit diversen Glocken, die am Silvesterläuten mitgetragen werden. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Maria Kolaj mit diversen Glocken, die am Silvesterläuten mitgetragen werden. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

bischofszell

@thurgauerzeitung.ch

Mit allerlei Lärminstrumenten wie Kuhglocken, Pfannendeckeln oder Trommeln wird am Silvestermorgen das alte Jahr verabschiedet. «Die Schulkinder, aber auch Erwachsene, bringen einfach alles Mögliche mit, das Lärm erzeugt», erzählt Maria Kolaj, Vorstandsmitglied Verkehrsverein und Organisatorin Silvesterläuten.

Nach dem fünften Stundenschlag werden die Frühaufsteher beim Bogenturm mit Trompetenklängen der Turmwächter begrüsst. Zunftmeister Bernhard Bischof wird die Legitimation der Obrigkeit verlesen, die besagt, ausnahmsweise ab fünf Uhr lärmend durch die Rosenstadt ziehen zu dürfen. «Ein Hornstoss verkündet jeweils, dass mit dem Wecken der Einwohner begonnen werden darf», erklärt die Organisatorin.

Seit etwa einem Jahrhundert in Bischofszell

Die Wecktour zum Jahresende führt zuerst durch die Altstadt, anschliessend in die Aussenquartiere und wieder zurück in die Marktgasse. Im Bistro zuTisch offeriert die Stadt Bischofszell sowie der Verkehrsverein Bischofszell um sechs Uhr Suppe mit Brot und Nachtwächtertee.

Das Silvesterläuten hat eine lange Tradition – seit etwa 100 Jahren wird der Brauch in Bischofszell gelebt. Früher wurden damit die Geister des alten Jahres vertrieben, heute stehe vor allem der Spass im Vordergrund.

«Zwischen 80 und 100 Personen nahmen letztes Jahr am Silvestermorgen-Spektakel teil», weiss Maria Kolaj. Leider sei die Zahl der Teilnehmenden rückläufig. «Wir haben uns deshalb in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen und einen Wettbewerb lanciert.» Derjenige Teilnehmer mit dem einfallsreichsten Instrument gewinne einen schönen Preis. Mehr will die Organisatorin dazu nicht verraten. «Es soll eine Überraschung sein», fügt sie schmunzelnd an.

Maria Kolaj freut sich nun auf den kommenden Samstag und hofft auf möglichst viele Frühaufsteher, die am Silvesterläuten teilnehmen. «Ich könnte mir Bischofszell ohne diesen Anlass gar nicht vorstellen. Er gehört einfach zum Jahresausklang dazu.»

Besammlung um 5 Uhr beim Bogenturm; Suppe und Getränk um 6 Uhr im Bistro zu Tisch.