BISCHOFSZELL: Er sorgt für frischen Wind

Drei Jahre hatte der Gewerbeverein keinen Präsidenten. An der Hauptversammlung 2017 ist Stefan Büchler mit dieser Funktion betraut worden. Er will das Gewerbe in der Öffentlichkeit besser positionieren.

Georg Stelzner
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Stefan Büchler hat im Gewerbeverein Bischofszell und Umgebung das Zepter übernommen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Stefan Büchler hat im Gewerbeverein Bischofszell und Umgebung das Zepter übernommen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Gross war das Aufatmen, als im Mai das Interregnum im Gewerbeverein Bischofszell und Umgebung ein Ende fand. Bruno Jung, der die Interessen seiner Kollegen interimistisch vertreten hatte, konnte die Agenden an Stefan Büchler, den neugewählten Präsidenten, übergeben. Zur Blutauffrischung hat auch die Wahl von Nicole Marbach und René Bürgi in den acht Mitglieder zählenden Vorstand beigetragen.

Der Gewerbeverein Bischofszell und Umgebung blickt auf eine mehr als 125-jährige Geschichte zurück und zählt immer noch rund 100 Mitglieder. Stefan Büchler hat sich aber nicht nur aus Respekt vor der langen Tradition zur Übernahme des Prä- sidiums bereiterklärt, sondern auch, weil er an die Zukunft des Bischofszeller Gewerbes glaubt. Der neue Präsident ist überzeugt, dass es dazu aber neuer Impulse und intensiver Anstrengungen bedarf. «Wenn man etwas anpackt, dann muss man es konsequent und mit dem nötigen Nachdruck tun», sagt Büchler.

Die Selbstdarstellung ist noch ein Schwachpunkt

Der neue Präsident erachtet vor allem die Kommunikation und das Auftreten des Gewerbes in der Öffentlichkeit als verbesserungswürdig. «Ich glaube, dass wir in der heutigen Zeit mehr Präsenz zeigen und uns gegenseitig besser unterstützen müssen», führt Büchler aus. Es sei bedauerlich, dass einheimische Betriebe bei der Vergabe von Aufträgen wegen dieses Mankos oft leer ausgehen. Hier möchte Büchler den Hebel ansetzen. Man dürfe sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern müsse die eigenen Qualitäten selbstbewusst in den Vordergrund stellen. Die allgemeine wirtschaftliche Lage ist nach Einschätzung des Präsidenten schwierig. Zu schaffen mache den Gewerbetreibenden heute vor allem der Preisdruck und die Konkurrenz durch ausländische Firmen.

Vor diesem Hintergrund ist ein gutes Einvernehmen mit der Stadt umso wichtiger. Büchler betont, dass es diesbezüglich keinen Grund zur Klage gebe. Die Kommunikation mit dem Stadtrat sei gut und der erste Meinungsaustausch mit Stadtpräsident Thomas Weingart stimme ihn zuversichtlich. Der Gewerbeverein seinerseits wolle die Kommunalpolitik aktiv mitgestalten. Als aktuelles Beispiel nennt der Präsident die Beteiligung an der Vernehmlassung zum neuen Parkierreglement der Stadt.

Ein Thema, das auch in der Bevölkerung erörtert wird, ist die auf Eis gelegte Bigwa. Büchler ist hinsichtlich einer baldigen Renaissance der Bischofszeller Gewerbeausstellung skeptisch. Er gibt zu bedenken, dass der Aufwand für die Durchführung sehr gross sei und es im Internet heute auch andere Auftrittsmöglichkeiten gebe. Zudem werde inzwischen mit Erfolg eine eintägige Tischmesse durchgeführt. «Im Rahmen eines Brainstormings werden wir uns im Vorstand aber Gedanken über die Bigwa machen», kündigt Büchler an.