BISCHOFSZELL: Die Suche geht weiter

Nach knapp zwei Jahren ist Bürgerpräsidentin Manuela Frauenfelder zurückgetreten. Dem Bürgerrat war es an der diesjährigen Versammlung noch nicht möglich, einen Nachfolger zur Wahl vorzuschlagen.

Erwin Schönenberger
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Walter Bollier, Präsident der Waldkommission, Ernst Engeler, Vizepräsident des Bürgerrats Bischofszell, und Protokollführerin Lilly Wartmann im Bürgersaal des Rathauses. (Bild: Erwin Schönenberger)

Walter Bollier, Präsident der Waldkommission, Ernst Engeler, Vizepräsident des Bürgerrats Bischofszell, und Protokollführerin Lilly Wartmann im Bürgersaal des Rathauses. (Bild: Erwin Schönenberger)

Erwin Schönenberger

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

«Wahlen» stand zwar auf der Traktandenliste der Versammlung der Bürgergemeinde Bischofszell vom Mittwochabend im Bürgersaal des Rathauses. Dieses Traktandum wurde aber hinfällig, da es dem Bischofszeller Bürgerrat nicht gelungen war, rechtzeitig einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die zurückgetretene Bürgerpräsidentin Manuela Frauenfelder zu finden. So war es am Vizepräsidenten der Bürgergemeinde, Ernst Engeler, die 60 erschienenen Bürgerinnen und Bürger zu begrüssen und die Versammlung zu leiten.

An der Versammlung 2015 war Manuela Frauenfelder als Nachfolgerin des langjährigen Bürgerpräsidenten Klaus Stürm gewählt worden. Kürzlich erklärte sie völlig überraschend ihren Rücktritt. Diese Entscheidung begründete Manuela Frauen­felder damit, dass sie die Arbeit unterschätzt habe und so die Familie zu kurz komme.

Mitglieder des Bürgerrates übernehmen Aufgaben

Wie Vizepräsident Ernst Engeler erklärte, sei der Bürgerrat weiterhin auf der Suche nach einer Person, die willens und fähig ist, das Amt des Bischofszeller Bürgerpräsidenten zu übernehmen. Falls jemand gefunden wird, werde der künftige Bürgerpräsident zu den Sitzungen des Bürgerrates eingeladen und so auf seine Tätigkeit vorbereitet. Bis zu diesem Zeitpunkt werden erfahrene Mitglieder des Bürgerrates die Geschäfte weiterführen.

Mit Spannung wird jeweils das Ergebnis der Jahresrechnung erwartet. Auch im Jahr 2016 resultierte ein Aufwandüberschuss. Das Defizit ist jedoch klein ausgefallen und beläuft sich auf rund 3000 Franken. Verantwortlich für den neuerlichen Verlust in der Rechnung der Bürgergemeinde ist die Forstwirtschaft. Diese steht wegen anhaltend tiefer Holzpreise erneut mit einem Minus zu Buche. Erfreulich ist, dass die Waldschenke jedes Jahr einen stattlichen Betrag einbringt. Das Budget 2017 rechnet mit einem Plus von 1900 Franken.

Diskussionen löste der Antrag des Bürgerrates aus, auf das Benützungsrecht des Archivs und des Sitzungszimmers im Bürgerhof zu verzichten. Schliesslich wurden sowohl Jahresrechnung als auch der Verzicht auf die Benützung der Räumlichkeiten im Bürgerhof klar genehmigt.

Holz für neue Heizung aus dem Bischofszeller Wald

Walter Bollier, Präsident der Waldkommission, klärte über die Tätigkeit der Forstverwaltung auf. Dabei musste er feststellen, dass die Holzpreise auch im vergangenen Jahr gefallen sind. Der milde Winter trug dazu bei, dass weniger Schnitzelholz als im Vorjahr verkauft werden konnte. Doch es besteht Hoffnung: Die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde haben beschlossen, im Schulhaus Hoffnungsgut die alte Heizung durch eine Schnitzelheizung zu ersetzen.

Im vergangenen Jahr wurden im Bürgerwald insgesamt 4157 Jungpflanzen gesetzt. Die Öko­logie ist den Verantwortlichen des Bischofszeller Waldes ein grosses Anliegen. So wird mit der Altholzinsel im «Täleholz» ein Beitrag zur Diversität des Waldes geleistet. Altholzinseln sind öko- logisch wertvolle Waldbestände mit älteren Bäumen, die für circa 25 Jahre ungenutzt bleiben. Gemäss Forschungsresultaten sind rund 25000 der im Wald lebenden Tierarten direkt vom toten Holz abhängig.

Nach einer Stunde konnte Ernst Engeler die Versammlung für beendet erklären und die Teilnehmer zu einem Apéro ins Foyer des Rathauses einladen.