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BISCHOFSZELL: Die Polizei sorgt für Nachschub

Die Kompass Arbeitsintegration öffnete ihre Türen für Interessierte. Denn seit dieser Woche gehört eine neue Velowerkstatt zu den weiteren sechs Abteilungen. Die Werkstatt bietet Platz für zwölf Teilnehmer.
Sara Carracedo

Sara Carracedo

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Im Gewerbepark Papieri hat der Verein Kompass Arbeitsintegration schon seit 19 Jahren seinen festen Platz. Doch was er alles hinter seinen grauen Gemäuern verbirgt, kann sich kaum ein Aussenstehender vorstellen. Zur Eröffnung der neuen Velowerkstatt hat sich der Verein daher einen Tag der Offenen Tür einfallen lassen. Dabei hatten rund 170 Interessierte die Gelegenheit, sich bei einer Führung das historische Gebäude von innen zeigen zu lassen und vor allem die neue Velowerkstatt zu begutachten.

«Viele Besucher sind erstaunt darüber, wie gross unser Betrieb ist und dass wir so viele Teilnehmer haben» sagt Marcel Rüegger, Geschäftsführer des Vereins Kompass. Aktuell werden 180 Teilnehmer in die Arbeitswelt integriert. Neu stehen den Arbeitssuchenden sieben Abteilungen zur Verfügung.

In die Bresche gesprungen

Bei der Führung durch die Velohallen erklärt Joachim Brunnsch­weiler, Mitglied Geschäftsleitung und Leiter Werkstätten, wie es zur neuen Werkstatt kam: «Heks TG Jobs verkündete Mitte letzten Jahres die Schliessung dieses Beschäftigungsteiles. Daraufhin haben wir unser Interesse am selben Tag kundgegeben.» Die ­Abteilung wurde eins zu eins übernommen, sowie der Abteilungsleiter der Heks TG Jobs gleich miteingestellt. Für genügend Arbeit in der Werkstatt sorgt die Polizei. Grösstenteils werden gestohlene Fahrräder geliefert, aber auch Gemeinden bringen ihre Findelkinder zu Kompass. Dort werden die Velos nach brauchbar zum Verkauf, brauchbar zum Export oder nur noch brauchbar für Recycling der Occasionsteile sortiert. Die Export-Velos werden einer Funktionskontrolle unterzogen und überprüft, ob Bremsen, Schaltung und Beleuchtung funktionieren. Die Velos für den Wiederverkauf werden demontiert, gründlich gereinigt und Teile wie Antrieb, Ketten und Kabel werden ersetzt.

In der neuen Fahrradwerkstatt wurden zwölf weitere Integrationsplätze geschaffen. «Die Resonanz aus Sicht der Teilnehmer ist sehr gut, vor allem für diejenigen, die aus dem mechanischen Bereich kommen, ist es eine interessante Arbeit» meint Rüegger. Die Teilnehmerplätze seien innerhalb eines halben Monats besetzt gewesen und jetzt gäbe es sogar eine Warteliste für die Plätze. Neben der neuen Velowerkstatt zählen die Schreinerei, der Hausdienst, die Kantine, Mobile Teams sowie eine Textil- und eine Industriewerkstatt zu den Integrationsabteilungen im Gewerbepark.

Kompass darf Händler nicht konkurrenzieren

Wenige Meter vor der Arbeitswelt von Kompass befindet sich ein Velohändler. Doch in die Quere kommen sich Händler und Verein trotzdem nicht. Im Gegenteil, wie Rüegger erklärt: «Es ist eine Art Partnerschaft. Wenn jemand bei uns ein Velo kaufen oder reparieren lassen will, schicken wir ihn zum Krapf und er bezieht seine Occasionsfahrräder von uns.»

Grund dafür ist das sogenannte Konkurrenzierungsverbot des Vereins. Der Verein darf lediglich Arbeitsschritte übernehmen, solange diese Arbeit nicht den normalen Schweizer Lohn generieren kann. Mit ihrer Arbeit dürfen sie andere Hersteller nicht konkurrenzieren. Denn beim Verein Kompass Arbeitsintegration handelt es sich um ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung; er wird im Auftrag des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Thurgau durchgeführt.

www.vereinkompass.ch

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