BISCHOFSZELL: «Die Königin von Mostindien sein»

Sara Zaugg ist eine der sechs Finalistinnen, die sich als Thurgauer Apfelkönigin zur Wahl stellen. Die gelernte Köchin schwärmt von ihrer Heimat und kann sich nicht vorstellen, woanders zu leben.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Merken
Drucken
Teilen
Sara Zaugg kennt als Bauerntochter und Köchin die verschiedenen Apfelsorten. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Sara Zaugg kennt als Bauerntochter und Köchin die verschiedenen Apfelsorten. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

«Es wäre wirklich schön, ein Jahr lang die Königin von Mostindien zu sein», sagt Sara Zaugg mit leuchtenden Augen. Die 22-Jährige Bischofszellerin ist eine der sechs Kandidatinnen, die sich als Thurgauer Apfelkönigin 2017/18 an der Olma in St. Gallen am 21. Oktober zur Wahl stellt.

Sara Zaugg lebt auf dem elterlichen Bauernhof im Oberen Ghögg bei Bischofszell. Sie hat drei Geschwister und ist gelernte Köchin. Sporadisch arbeitet sie in einem Gastrobetrieb und betreut in einem Teilzeitpensum drei kleine Kinder. «Die beiden Tätigkeitsfelder ergänzen sich perfekt. Ich liebe das Kochen, liebe aber auch die Herausforderung mit Kindern», erzählt Sara Zaugg. Sie selber bezeichnet sich als aufgestellte, begeisterungsfähige Persönlichkeit, die den Kontakt zu den Menschen schätzt und sehr naturverbunden ist. Im vergangenen Frühjahr habe sie sich für die Anmeldung zur Wahl der Thurgauer Apfelkönigin entschieden. Beim verspäteten nochmaligen Wintereinbruch musste sie zusammen mit ihrer Familie die Apfelbäume von den schweren Schneemassen befreien – das sei der Auslöser gewesen. Der Frost im April habe arg zugeschlagen und die gesamte Apfelernte ihrer Eltern zerstört, bedauert Sara Zaugg. «Auf unseren Wiesen wachsen hauptsächlich alte Apfelbäume – alles Mostobst», weiss die junge Frau und ergänzt, dass es mindestens zehn verschiedene alte Sorten seien. Die Landwirtschaft liege ihr sehr am Herzen. Ihre Freizeit verbringt sie gerne auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern und hilft dort – wo immer sie kann – mit. Wenn immer möglich gehe sie mit ihrem Pferd Latido, einem Paso Fino, reiten. Falls es etwas schneller gehen soll, ist die königliche Kandidatin aber nicht nur mit einer Pferdestärke unterwegs. Seit rund zwei Monaten geniesst sie den Fahrtwind auf ihrem Motorrad, im August habe sie die Fahrprüfung bestanden. Am liebsten sei sie im Thurgau unterwegs. «Beim Gedanken an diesen wunderbaren Kanton fallen mir die vielen blühenden Apfelbäume, die gelben Löwenzahnwiesen und der tiefblaue Bodensee ein», schwärmt die Thurgauerin. Sie verrät, dass sie sich gar nicht vorstellen könnte, an einem anderen Ort zu leben. Die Gegend sei so vielfältig: «Obst- und Ackerbau, Gemüsekulturen, Milchwirtschaft und Reben – alles findet man hier.»

Ein grosses Herz für die Landwirtschaft

Auf ihrem Menuplan stehe zwar nicht jeden Tag ein Apfel, «aber oft», führt sie aus. Ihre Lieblingsäpfel zum Rohessen seien «Diwa» sowie «Gala Galaxy». Für die Zubereitung von Desserts und dem Thurgauer Lammvoressen bevorzugt die Köchin den Braeburn. Und für die Apfelküchlein verwende sie ausschliesslich den Boskop, erklärt die Apfelkennerin.

Ihr erstes Sackgeld habe sie übrigens beim Apfelauflesen verdient, bemerkt sie schmunzelnd.Nervosität beschleiche sie wenn sie an den Wahltag denke. Aber das gehöre dazu, meint Sara Zaugg und lacht. «Sara ist äusserst feinfühlig und hat ein grosses Herz für die Landwirtschaft. Der Schaden an den Obstkulturen im April ging ihr unter die Haut», ergänzt Monika Zaugg, die Mutter der Kandidatin.

Sara Zaugg ist sich bewusst, dass nicht jede der sechs Teilnehmerinnen das Krönchen aufgesetzt bekommt. Doch für sie steht fest: «Von der Kandidatur konnte ich jetzt schon persönlich profitieren. Die erhaltenen Rückmeldungen sind alle durchwegs positiv. Meine Familie und der Freundeskreis freut sich mit mir.»