BISCHOFSZELL: Die Gemeinde kauft das Raiffeisengebäude

Das Tauziehen hat ein Ende. Am Mittwochabend entschieden die Stimmberechtigten, wo künftig ihre Gemeindeverwaltung stehen soll.

Monika Wick
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Nach der dreistündigen Versammlung wissen Gemeindepräsidentin Heidi Grau (stehend) und ihre Kollegen im Gemeinderat endlich, wie es weitergeht und wo sie in Zukunft ihre Büros haben werden. (Bild: Monika Wick)

Nach der dreistündigen Versammlung wissen Gemeindepräsidentin Heidi Grau (stehend) und ihre Kollegen im Gemeinderat endlich, wie es weitergeht und wo sie in Zukunft ihre Büros haben werden. (Bild: Monika Wick)

«Alle Varianten sind uns recht. Nur wenn wieder keine Entscheidung getroffen wird wäre das eine Enttäuschung», sagte Heidi Grau, Gemeindepräsidentin der Politischen Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf. Nach der Gemeindeversammlung vom 17. Juni 2015, an der die Mehrheit überraschend einen Baukredit über 2,1 Millionen Franken für die Sanierung und den Umbau der bestehenden Gemeindeverwaltung ablehnte, schien sie mit allem zu rechnen. Zudem hatte der Stimmbürger Niklaus Schildknecht im Vorfeld der Abstimmung den Antrag gestellt, bei der Variante 1, Erwerb und Sanierung des Gebäudes der Raiffeisenbank, den Baukredit abzulehnen. In der offenen Abstimmung war er aber der einzige, der schliesslich den Antrag guthiess.

Im Vorfeld der Abstimmung erläuterte Heidi Grau detailliert die drei Varianten, die den 211 (13,7 Prozent) Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle in Zihlschlacht zur Auswahl standen. Neben dem Erwerb und der Sanierung des Gebäudes der Raiffeisenbank (Variante 1) waren dies die Errichtung eines Neubaus am Standort der heutigen Gemeindeverwaltung an der Hauptstrasse in Zihlschlacht (Variante 2) oder die Sanierung und der Umbau des bestehenden Gemeindehauses (Variante 3). In einer ersten Abstimmungsrunde hatten die Stimmberechtigten zwischen Variante 3 und Variante 2 zu entscheiden, bei der sich sechs Personen für die Sanierung und 45 für einen Neubau ausgesprochen hatten. Bei der zweiten Abstimmungsrunde standen sich die Neubauvariante und der Erwerb der Bankliegenschaft gegenüber, bei der der Erwerb der Bankliegenschaft mit 180 Ja- zu 30 Neinstimmen das Rennen machte.

Budget einstimmig genehmigt

Noch deutlicher fiel die Zustimmung für den Bruttokredit aus. 203 Stimmberechtigte hiessen das Kreditbegehren über 1,1 Millionen Franken für den Erwerb der Liegenschaft an der Bernhauserstrasse 5 in Zihlschlacht und das Begehren über 1,95 Millionen Franken für deren Sanierung gut. Mit überwältigender Mehrheit erteilte die Versammlung dem Gemeinderat die Kompetenz, die heutige Gemeindeliegenschaft für rund 1 Million Franken zu veräussern. Nach der Ausarbeitung des Bauprojekts, der Einholung der Baubewilligung sowie der Ausführungsplanung und der Ausschreibungen ist der Baustart für die zukünftige Gemeindeverwaltung für den August 2017 geplant. Der Bezug der Liegenschaft ist für den Frühsommer 2018 vorgesehen.

Weniger zeitintensiv gestalteten sich die weiteren Punkte auf der Traktandenliste. Das Budget 2017 mit einem Aufwandüberschuss von 238 000 Franken und einer Nettoinvestition von 1,37 Millionen Franken bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 55 Prozent sowie das geänderte Reglement des Zweckverbandes Feuerwehr Felsenholz wurden diskussionslos und einstimmig genehmigt. Das Einbürgerungsgesuch von Arbina Alili wurde mit 200 Ja- zu 4 Neinstimmen gutgeheissen.