BISCHOFSZELL: Den Rosen beherzt zu Leibe rücken

Zum 15. Mal hat der Rosenschnittkurs der Thurgauer Rosenfreunde am Samstag stattgefunden. Die 35 Teilnehmer haben sich unter besten Wetterbedingungen zum Lernen und Schneiden getroffen.

Sara Carracedo
Drucken
Teilen
Mit Interesse folgen die Teilnehmerinnen den Ausführungen des Fachmanns. (Bild: Sara Carracedo)

Mit Interesse folgen die Teilnehmerinnen den Ausführungen des Fachmanns. (Bild: Sara Carracedo)

Mit Handschuhen, Gummistiefeln und Gartenschere bewaffnet warten rund 35 Hobbygärtner auf ihren Einsatz vor dem Rosengarten Känzeli. Die Teilnehmer des Rosenschnittkurses können es kaum erwarten, die stachelige Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen. Doch wie so oft gilt: Bevor die Teilnehmer den Rosentrieben an den Kragen dürfen, kommt zuerst die Theorie. Diese wird von Kurt Herter, Senior-Chef Herter Baumschule und Rosen, übermittelt.

Gespannt hören drei Duzend Paar Ohren dem Fachmann zu. Dabei ist der eine oder andere Aha-Effekt zu hören. Herter beginnt für alle Teilnehmer bei null: «Ende Herbst werden die Rosen auf Kniehöhe abgeschnitten, damit die Rosen von Innen nicht erfrieren. Ab März werden die
Rosen normal auf drei bis vier Augen geschnitten.» Die sogenannten Augen sind kleine Vorsprünge, die einem Mund mit rausgestreckter Zunge gleichen. Nur an solchen Stellen hat die Rose die Fähigkeit, Seitentriebe zu bilden. Die Augen werden von unten nach oben abgezählt und dann einen Zentimeter über dem Auge abgeschnitten.

Die schwachen Triebe werden weggeschnitten
Eigentlich sei die Theorie ganz simpel, sagt Herter: «Die starken Triebe schneiden wir auf drei Augen, die Schwachen und die Vertrockneten werden ganz weggeschnitten. Wenn wir fertig sind, bleiben also nur noch die starken Triebe.» Auf die Theorie folgt die Praxis, und alle Teilnehmer wuseln mit Gartenschere ausgerüstet durch den Rosengarten Känzeli und durch den St. Pelagius Garten bei der Kirche. Es gibt kein Halt vor den Edelrosen, Beetrosen oder den Strauchrosen – sie alle werden unter den Augen von Kurt Herter und Bernhard Bischof geschnitten. Dabei werden den beiden Instruktoren Fragen über Fragen zu Rosen- und Schnittarten, zur Pflege der Pflanzen und der richtigen Erde gestellt.

Obwohl die Theorie so einfach ist, besuchen jährlich über 30 Rosenliebhaber den Schnittkurs. Ein Grund dafür weiss Bernhard Bischof, Präsident Bischofszeller Rosenwoche: «Viele Teilnehmer sind sich noch zu unsicher, wie viel sie schneiden dürfen und sind darum froh, bei uns unter Aufsicht schneiden zu können.» Bei einem Rosenschnitt könne gar nicht viel schief laufen, meint Bischof. «Die Anzahl der Blüten ist massgebend für den richtigen Schnitt», weiss Bernhard Bischof.