BISCHOFSZELL: Das Siechenhaus braucht Geld

Eine Zeitreise erlebten die Besucher im Historischen Museum. Sie erfuhren, wie es in den Gassen des Städtchens früher zu- und hergegangen ist.

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Historikerin Alexandra M. Rückert und Theaterpädagogin Charlotte Kehl spielen eine Szene aus dem Mittelalter. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Historikerin Alexandra M. Rückert und Theaterpädagogin Charlotte Kehl spielen eine Szene aus dem Mittelalter. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Wie war es wohl im 15. und ­ 16. Jahrhundert in Bischofszell? Die Besucherinnen und Besucher erfuhren es auf einer Zeitreise, zu der die Museumsgesellschaft am Donnerstagabend eingeladen hatte. Theaterpädagogin Charlotte Kehl und Historikerin Ale- xandra M. Rückert haben histo- risches Wissen in Theaterszenen umgesetzt – eine Mischung zwischen Realität und Fiktion.

Auf unterhaltsame Art und Weise präsentierten die beiden Frauen fünf Szenen im Historischen Museum. Eigentlich hätten die Darbietungen auf einem szenischen Rundgang an Originalschauplätzen vor den architekto- nischen Zeitzeugen aufgeführt werden sollen. Weil das Wetter aber nicht mitspielte, wurde der Anlass nach drinnen verlegt. Wie es einst in den Gassen des Städtchens zu- und hergegangen sein muss, wurde im Foyer des Historischen Museums und im Nebenraum am Bischofszeller Stadtmodell von Ernst Hohermuth (1914 bis 1998) gezeigt. Das Publikum erfuhr viel Spannendes von den damaligen Begebenheiten. Unter anderem wurde ein namenloser Pfleger des Sondersiechenhauses auf Geldsuche geschickt. Das Sondersiechenhaus befand sich ausserhalb der Stadtmauern, unten an der Sitter. Im mittelalterlichen Spital, dem heutigen Altersheim Bürgerhof, wurden alle Patienten vorerst in einem grossen Saal untergebracht.

Zur Sprache kam auch die ­Adlige Barbara von Stain, die im Kindesalter verlobt und mit Hans von Anwyl verheiratet wurde. Barbara von Stain gebar zehn Kinder. Zehn bis sechzehn Kinder waren in der damaligen Zeit in besser situierten Familien durchaus üblich. Die Familie von Anwyl wohnte im Schloss, dem Amtssitz des Vogts. Für die Aufführung bedankte sich das Publikum mit einem lang anhaltenden Applaus.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Hinweis

Bis zu den Herbstferien und ab dem kommenden Frühjahr können private Gruppen den Rundgang buchen. Voranmeldung: 071 422 38 91 oder museum. ­bischofszell@bluewin.ch