Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BISCHOFSZELL: Das doppelte Nein

Zwei Gemeindeversammlungen hinterlassen tiefe Spuren. Die Bürger lehnen die Vorschläge zur Sanierung der Haldenstrasse und zum Verkauf des Bürgerhofs ab.
Georg Stelzner
Die Schweizer Jassfreunde im Schatten des Schlosses (Bild: Mario Testa)

Die Schweizer Jassfreunde im Schatten des Schlosses (Bild: Mario Testa)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Alles war aufgegleist und vorbereitet, doch am Ende kam der Zug gleich zweimal im Kopfbahnhof namens Gemeindeversammlung zum Stehen. Um weiterzukommen, bedarf es jetzt einer Lokomotive am anderen Ende der Zugsgarnitur. Dabei war es gar kein Intercity, der an den Stimmbürgern vorbeibrauste, sondern eher ein gemächlich von Station zu Station sich fortbewegender Regionalzug. Die Behörde mit Stadtpräsident Thomas Weingart an der Spitze hatte sich alle erdenkliche Mühe gegeben, um für ihre Anträge eine Mehrheit zu bekommen. Selten zuvor hatte es in Bischofszell im Vorfeld einer Abstimmung so ausführliche Informationskampagnen gegeben. So kam es im Jahr 2017 zu zwei denkwürdigen, historisch zu nennenden Gemeindeversammlungen. Sie werden in den Annalen der Stadt mit Sicherheit einen herausragenden Platz einnehmen. Am 14. Juni ging es um die Frage, wie man das seit Jahrzehnten bestehende Problem der rutschenden Haldenstrasse in den Griff bekommen könnte. Eine Lösung schien zum Greifen nahe. Mit einem Varianten- und einem Grundsatzentscheid wollte der Stadtrat den Weg zu einer dauerhaften und auch finanzierbaren Lösung ebnen. Ein von 175 der 346 anwesenden Stimmbürgern unterstützter Rückweisungsantrag machte der Behörde einen Strich durch die Rechnung und verknurrte sie dazu, ein zweites Gutachten in Auftrag zu geben. Über ein neues Projekt kann frühestens im Herbst 2018 abgestimmt werden. Die Hoffnung, dass sich der bisherige Strassenverlauf vielleicht doch wieder herstellen lässt, wie das manche Bewohner Haldens wünschen, lebt vorerst noch weiter.

Die Bitzihalle droht aus allen Nähten zu platzen

War die Debatte über die Zukunft der Haldenstrasse weitgehend fair und sachlich verlaufen, ging es am 5. September wesentlich emotionaler und verbissener zu und her. Der Stadtrat stellte an jenem Dienstagabend den Antrag, das gemeindeeigene Alters- und Pflegeheim Bürgerhof an eine gemeinnützige Aktiengesellschaft zu verkaufen. Nicht weniger als 630 Stimmberechtigte fanden sich in der Bitzihalle ein. Mit anderen Worten: Fast jeder fünfte! Auch dieser Gemeindeversammlung waren mehrere Informationsanlässe vorausgegangen. Während zwei Stunden lieferten sich die Befürworter und Gegner des Antrags teils hitzige Wortgefechte, die erst durch einen Ordnungsantrag beendet wurden. Eine seriöse Prognose vor der geheim durchgeführten Abstimmung war nicht möglich, hatte sich während der Diskussion doch ein Patt abgezeichnet. Der Stadtrat schrammte dann auch nur um Haaresbreite an seinem Ziel vorbei: 294 Stimmberechtigte befürworteten die Bürgerhof-Vorlage, 323 lehnten sie ab, 8 legten einen leeren Stimmzettel in die Urne. Als Konsequenz aus dem gescheiterten Verkauf sieht sich der Stadtrat jetzt gezwungen, den Mietzins für das Heim um 100000 Franken anzuheben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.