Bischof ermahnt die Grossen

Eltern erwarten viel von ihren Kindern: Dass sie immer brav sind, sich die Zähne putzen, die dreckigen Kleider in den Wäschekorb werfen und allgemein auf sie hören. Wenn nicht, drohen sie ihnen gerne mit dem Besuch des Samichlaus.

Nicole D'orazio
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Der Bischof hält auf der Treppe des Kreuzlinger Stadthauses seine Ansprache. (Bild: Andrea Stalder)

Der Bischof hält auf der Treppe des Kreuzlinger Stadthauses seine Ansprache. (Bild: Andrea Stalder)

Eltern erwarten viel von ihren Kindern: Dass sie immer brav sind, sich die Zähne putzen, die dreckigen Kleider in den Wäschekorb werfen und allgemein auf sie hören. Wenn nicht, drohen sie ihnen gerne mit dem Besuch des Samichlaus. Doch sie selber seien ihren Kindern nicht immer ein gutes Beispiel, sagt der Bischof bei seiner Ansprache auf der Treppe des Kreuzlinger Stadthauses nach dem Chlauseinzug auf dem Boulevard.

In seiner vorgetragenen Geschichte sind es für einmal nicht die Kinder, die sich vor dem Samichlaus verantworten müssen, sondern die Erwachsenen. «Oft passiert es den Grossen, dass sie ihren Kindern Dinge versprechen, diese aber nicht einhalten.» Das sei nicht gut. «Die Kinder sind traurig, wenn ihnen ihr Papi immer verspricht, mit ihnen in den Zoo zu gehen, am Sonntagmorgen aber nicht aufsteht», sagt der Bischof. Auch sei es nicht in Ordnung, wenn die Mutter Schoggieier aus den Osterkörbchen ihrer Kinder stibitzt. Der Bischof ermahnte die Erwachsenen, mehr auf ihre Kinder einzugehen und ihre Versprechen auch einzulösen.

Dann kommt er auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik zu sprechen: «Kinder, wenn ihr in der Schule ein anderes Kind habt, das hier fremd ist, geht auf es zu. So kann es sich hier heimisch fühlen.» Dasselbe gelte natürlich für die Erwachsenen.