Birwinken wagt den Lupf

MATTWIL. Die Finanzlage der Politischen Gemeinde Birwinken hat sich verbessert. Der Gemeinderat schlägt deshalb vor, den Steuerfuss um 5 auf 80 Prozent senken.

Esther Simon
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Erneuerung notwendig: Die Dorfstrasse beim «Löwen» in Andwil muss saniert werden. (Bild: Nana do Carmo)

Erneuerung notwendig: Die Dorfstrasse beim «Löwen» in Andwil muss saniert werden. (Bild: Nana do Carmo)

Über die Senkung des Steuerfusses um 5 auf 80 Prozent befindet die Budgetversammlung am 24. November in der Kirche in Birwinken. Die Reduktion wäre die zweite in der 13jährigen Geschichte der Politischen Gemeinde mit den knapp 1300 Einwohnern. 2007 hatte man den Steuerfuss ebenfalls um 5 Prozent gesenkt. Hauptgrund für die jetzt geplante Reduktion ist, dass sich die finanzielle Situation der Gemeinde verbessert hat.

Weniger Schulden

Die Schuldenlast habe auf 2 Millionen Franken reduziert werden können, sagt Gemeindeammann Hansjörg Huber. Das sei vor allem das Resultat eines sorgfältigen Umgangs mit dem Geld. Man habe vor allem im Strassenbau Investitionen zurückgestellt. Dabei sei die Substanz aber nicht vernachlässigt worden. 2009 will die Gemeinde einen Teil der Dorfstrasse in Andwil sanieren. Die zweite Etappe von der Käserei bis zum «Löwen» soll 2010 instand gestellt werden. 2012 steht eine grössere Investition von rund 700 000 Franken im Zusammenhang mit der Wasserversorgung Thurtal/Bodensee an. Und 2013 plant die Gemeinde die Erstellung eines Feuerwehrdepots mit einem Werkhof. Die Kosten seien noch nicht erhoben, sagt der Gemeindeammann, es sei aber mit einer Million Franken zu rechnen.

Ausgeglichenes Budget

Bei einem Haushalt von 3,7 Millionen Franken schliesst das Budget 2009 ausgeglichen ab. Vom Kanton wird ein Finanzausgleich in der Höhe von einer halben Million Franken erwartet. Die Gemeindesteuern werden im Vergleich zur Rechnung 2007 und zum Budget 2008 leicht rückgängig veranschlagt. Ob die prognostizierten Einkommensverbesserungen auch eintreffen, könne man schlecht einschätzen, sagt Huber. Betreffend Steuergesetzrevision sei man skeptisch; man erwarte einen Rückgang von 9 Prozent.

Wird am 24. November der Senkung des Satzes zugestimmt, hätte Birwinken mit 80 Prozent noch immer einen relativ hohen Steuerfuss. Der Gemeindeammann hat aber auch in der Vergangenheit schon immer darauf hingewiesen, dass es für die Attraktivität einer Gemeinde auch andere Kriterien gebe als den Steuerfuss wie zum Beispiel Ruhe, frische Luft und eine intakte Landschaft. Von alledem könne man in der Gemeinde Birwinken profitieren.

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