BIRWINKEN: Und es hält doch

Wegen einer Baustelle sollte das Postauto der Linie 924 die Haltestellen Käserei und Klarsreuti während fünf Monaten nicht mehr bedienen. Auf Vermittlung der «Thurgauer Zeitung» bleibt nun die ursprüngliche Route.

Mario Testa
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An der Haltestelle «Käserei Birwinken» halten die Postautos in Richtung Weinfelden und Kreuzlingen. Trotz Baustelle auf dieser Verbindungsstrasse fährt sie der Kurs 924 weiterhin an. (Bild: Mario Testa)

An der Haltestelle «Käserei Birwinken» halten die Postautos in Richtung Weinfelden und Kreuzlingen. Trotz Baustelle auf dieser Verbindungsstrasse fährt sie der Kurs 924 weiterhin an. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa@thurgauerzeitung.ch

Grosser Ärger bahnte sich an für die Bewohner von Birwinken, die auf den öffentlichen Verkehr im Dorf angewiesen sind – und der beschränkt sich in der Landgemeinde auf das Postauto der Linie 924. An der Bushaltestelle bei der Käserei war am Wochenende mit grossem Ausrufezeichen zu lesen, dass der Kurs während den kommenden etwa fünf Monaten, also während die Gemeinde die Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt in Klarsreuti durchführen lässt (siehe Kasten), eine andere Route nimmt und Birwinken links liegen lässt. Auch bei der «Linde» in Klarsreuti sollte nicht mehr angehalten werden, sondern auf der Kantonsstrasse ausserhalb des Dorfes.

Besorgte Birwinker, die auf das Postauto angewiesen sind, meldeten sich daraufhin bei der Redaktion der «Thurgauer Zeitung» und auch direkt bei Gemeindepräsident Peter Stern. «Wir wurden über diesen Entscheid nicht informiert. Ich war überrascht über die vielen Meldungen», sagt Peter Stern auf Anfrage am Montag. Auch der Projektleiter, der für die Strassensanierung zuständig ist, wisse von nichts. «Ich verstehe den Entscheid der Postautobetreiber nicht, zumal wir ja extra darauf achten, dass die Strasse stets einspurig befahrbar bleibt – nicht zuletzt wegen des Postautokurses», sagt Stern.

Postauto reagiert schnell nach erneuter Besichtigung

Den Entscheid zur Umleitung des Kurses fällten die Verantwortlichen der Postauto Schweiz offenbar aufgrund falscher Annahmen. Von unserer Zeitung am Montag darauf angesprochen, dass die Strasse, auf der die Linie 924 von Birwinken nach Klarsreuti fährt, trotz Sanierung befahrbar bleiben soll, kommt Bewegung in die Sache. Bereits am Dienstagmorgen verkündet Mediensprecherin Valérie Gerl: «Postauto hat die Lage analysiert und bei einer Besichtigung vor Ort festgestellt, dass die Baustelle für den Postautoverkehr während der ganzen Bauphase passierbar bleibt. Deshalb verkehren die Postautos der Linie 924 ab sofort wieder auf der gewohnten Strecke.» Das Fahrpersonal sei zudem darauf sensibilisiert worden, dass es auch Fahrgäste an den provisorischen Haltestellen einsteigen lässt, die zwischenzeitlich in Klarsreuti installiert werden.

Die Besichtigung hatte die Postauto Schweiz spontan organisiert nach der Kontaktaufnahme durch unsere Redaktion und den Projektleiter des Planungsbüros. Noch am Montag fand die Besichtigung statt und gleichentags fällten die Verantwortlichen auch schon den Entscheid, die Umleitung nach nur drei Tagen wieder aufzuheben. «In diesem Sinn hat Ihre Anfrage mitgeholfen, für alle Beteiligten eine optimale Lösung zu erzielen», schreibt Valérie Gerl.