Bina will gesund bleiben

Rauchen ist seit mehr als zwei Jahren bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) ein Tabu. Doch auch sonst wird viel für die Gesundheit der fast 900 Mitarbeitenden getan.

Urs Bänziger
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Lernen, zu helfen: Die Bina setzt sich aktiv für Gesundheit ein.

Lernen, zu helfen: Die Bina setzt sich aktiv für Gesundheit ein.

Bischofszell Der Verein Artisana hat das Bischofszeller Unternehmen mit dem Gesundheitsförderungspreis 2008 ausgezeichnet. Die Preissumme von 20 000 Franken will die Bina für weitere gesundheitsfördernde Massnahmen einsetzen, wie Personalchef Aurelio Wettstein bei der Checkübergabe sagte. «Wir planen für das kommende Jahr Seminare, welche die Führungskräfte darauf sensibilisieren sollen, was Mitarbeitende krank macht.» In der Wertschätzung und im Führungsstil der Vorgesetzten gebe es noch Verbesserungspotenzial.

Tiefe Absenzenrate

Die 20 000 Franken reichen nicht aus für die betriebliche Gesundheitsförderung der Bina. Wettstein weiss nicht genau, wie viel jährlich dafür ausgegeben wird. Aber es seien weit über 50 000 Franken. Ausgaben, welche sich bezahlt machen, denn die Absenzenrate ist mit 2,8 Prozent seit Jahren tief. Diese Rate scheint den Verantwortlichen jedoch immer noch zu hoch, sie soll in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter gesenkt werden. Mitarbeitende der Bischofszell Nahrungsmittel AG fehlen aus gesundheitlichen Gründen pro Jahr deutlich weniger als der schweizerische Durchschnitt. «Wir sind überzeugt, dass, wenn wir die Gesundheit der Mitarbeitenden unterstützen, sich dies auch auf die Qualität der Herstellung der über 1000 Produkte positiv auswirkt», betont Bina-Direktor Marc Aegler.

Striktes Rauchverbot

Am Beispiel des strikten Rauchverbots auf dem ganzen Firmenareal führt Wettstein aus, dass es auch Überzeugungsarbeit braucht, um gesundheitsfördernde Massnahmen umzusetzen. 80 Mitarbeitende hätten am Nichtraucher-Seminar teilgenommen, die Hälfte habe danach nicht mehr zur Zigarette gegriffen. Weitere seien nach und nach dazugekommen, inzwischen sei das Rauchverbot eine Selbstverständlichkeit.

Kostenlose Grippeimpfung

170 Mitarbeitende nutzten in der vergangenen Woche das Angebot der kostenlosen Grippeimpfung. Auch hier sei die Zahl der Teilnehmenden steigend. «Wir legen grossen Wert auf Prävention, aber auch auf die Eigenverantwortung. Die Mitarbeitenden müssen selbst zur Erkenntnis gelangen, dass gesundheitsfördernde Massnahmen dem Unternehmen zwar etwas bringen, aber am Ende die Gesundheit für jeden einzelnen das höchste Gut ist.» Mit speziellen Kursen wurde die Geschäftsleitung darauf geschult, dass «die Gesundheit im Kopf beginnt», und mit regelmässigen Vorträgen von Fachärzten und monatlichen Gesundheitsthemen im Intranet werden die Mitarbeitenden auf ihre Eigenverantwortung sensibilisiert.

Sport- und Freizeitclub

Einen hohen Stellenwert in der Gesundheitsförderung nimmt der Sport- und Freizeitclub ein. Der SFC Bina bietet der Belegschaft vielseitige sportliche Aktivitäten wie Turnen, Velofahren, Fussball und Skifahren an. Für letzteres wird den Mitarbeitenden und ihren Familien jährlich ein Gratistest der Skibindung angeboten. Der Sport- und Freizeitclub erfülle auch eine wichtige soziale Funktion, betont Wettstein. «Dank seinen Aktivitäten lernen sich Arbeitskollegen in einer anderen Form kennen. Zum Gesundsein gehören auch gute Beziehungen.»

Wiedereinstieg unterstützen

Und fällt ein Mitarbeiter durch Krankheit oder Unfall längere Zeit aus, wird er bei der Wiederaufnahme der Arbeit unterstützt. Auch soll in Zukunft gleich nach Krankmeldung eines Mitarbeiters nachgefragt werden, wie der Betroffene von Seiten der Firma unterstützt werden könnte. So soll der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden.

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