«Bin wählbare Zwischenlösung»

OTTOBERG. Bruno Braun kandidiert für das Gemeindeammannamt in Märstetten. Der Ottoberger ist mit der Arbeit des aktuellen Gemeinderats nicht zufrieden. Er will die Verwaltung stärken und schliesst auch eine Fusion mit Weinfelden nicht aus.

Mario Testa
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Bruno Braun in seinem Haus am Hang des Ottenbergs. Der 59jährige frühpensionierte Betriebsökonom kandidiert als Gemeindeammann von Märstetten. (Bild: Mario Testa)

Bruno Braun in seinem Haus am Hang des Ottenbergs. Der 59jährige frühpensionierte Betriebsökonom kandidiert als Gemeindeammann von Märstetten. (Bild: Mario Testa)

Bruno Braun ist unzufrieden. Unzufrieden mit der Arbeit des Märstetter Gemeinderats, im Speziellen mit dessen Vorsitzenden, Gemeindeammann Jürg Schumacher. «Die massive Fluktuation in der Märstetter Gemeindeverwaltung gibt mir zu denken. Das geht auf keine Kuhhaut», sagt Braun. er ortet das Problem beim fehlenden Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern der Gemeinde, diese hätten keinerlei Verantwortung unter ihrem jetzigen Chef. «Mein Eindruck ist, dass der jetzige Gemeindeammann fast alles in Eigenregie macht und nicht delegieren kann. Das führt zu Resignation im Gemeinderat, willkürlichen Entscheiden und den ganzen Problemen beispielsweise bei den Baubewilligungen.» Auch er gehöre zu den Betroffenen, die grossen Ärger wegen abgelehnter und verzögerter Baubewilligungen in Märstetten haben. «Ich kenne viele, die das nicht mehr länger mit ansehen wollen.»

«Eine Legislatur muss reichen»

Bruno Braun, studierter Betriebswirtschafter, hat sich diesen Frühling im Alter von 59 Jahren frühpensionieren lassen. Er war als Assistent des Chefs der Steuer- und Rechtsabteilung Schweiz bei der Beratungsfirma Ernst&Young in Zürich tätig und zuvor führte er verschiedene Unternehmen und einen Verband, unter anderem in der Floristikbranche. «Eigentlich bin ich zu alt, um noch als Gemeindeammann zu kandidieren. Aber ich habe auch nicht vor, dieses Amt lange auszuüben. Eine Legislatur möchte ich machen und in dieser Zeit das Feld vorbereiten für einen Nachfolger.» Es gebe viel zu tun in Märstetten, und er sei bereit, die grossen Aufgaben anzupacken. «Ich bin eine wählbare Zwischenlösung. Bis zu den Wahlen in vier Jahren sollte die Findungskommission der FDP und SVP einen valablen Kandidaten für das Amt finden können.» Braun tritt als Parteiloser zur Wahl am 30. November an. «Mir sagt Parteipolitik nichts», sagt Braun, «Parteipolitik auf Gemeindeebene ist nicht mehr zeitgemäss.»

Pensum reduzieren

Braun würde im Falle einer Wahl anfangs die bisherige Vollzeitstelle übernehmen. «Mit der Zeit würde ich jedoch gern reduzieren. Wenn man gut delegieren kann, was die Aufgabe eines Gemeindeammanns ist, dann reichen 50 oder 60 Prozent.» Er bringe auch genug Erfahrung mit für diese politische Arbeit, auch wenn er bislang nicht in einem Rat mitgewirkt hat. «Als Geschäftsführer des Schweizer Floristenverbandes musste ich mich auch mit verschiedenen Interessen und Zielsetzungen auseinandersetzen. Das war auch politische Arbeit.» Man brauche als Geschäfts- oder Gemeindeleiter auch Mut für Entscheide. «Sonst ist man schwerfällig unterwegs. Ich finde eine Fusion mit Weinfelden oder wenigstens die Schaffung von gemeinsamen Kompetenzzentren für die Bau- oder Steuerverwaltung nicht abwegig.»

Seit 22 Jahren lebt Braun in Ottoberg. Er ist verheiratet mit Cathleen Braun, hat keine Kinder. In seiner Freizeit betreibt er Ausdauersport, fuhr auch öfters mit dem Rennvelo an den Arbeitsplatz nach Zürich.