«Bilder, die haften bleiben»

Am Romanshorner Wirtschaftstreffen liess sich Stefan Krummenacher, Stadtmarketing- und Kulturbeauftragter, von seinem Kollegen in Hamburg inspirieren. Ein Thema sind Hafenrundfahrten.

Luisa Gomringer
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Stefan Krummenacher Stadtmarketing- und Kulturbeauftragter (Bild: pd)

Stefan Krummenacher Stadtmarketing- und Kulturbeauftragter (Bild: pd)

Herr Krummenacher, was können Sie von Thorsten Kausch, Chef des Hamburger Stadtmarketings, und seinem Umgang mit dem Marketing mitnehmen?

Stefan Krummenacher: Wir fühlen uns in vielen Aussagen sowie auf dem eingeschlagenen Weg bestätigt. Die Marke Hafenstadt muss aber noch viel mehr geschärft, breiter getragen und gezielt nach aussen transportiert werden. Besonders interessant fand ich den Hinweis auf das immense Potenzial der Segler. Sie wollen nicht nur an einem interessanten Ort den Abend und den Morgen geniessen, sondern sind auch gute Botschafter.

Welche Projekte will man und kann man verwirklichen?

Krummenacher: Wir müssen unsere Stärken nicht neu erfinden. Das Potenzial ist da. Wir müssen dieses nur gezielter, einheitlicher und mit guten Geschichten und Bildern zum Ausdruck bringen. Gäste müssen sich beispielsweise besser abgeholt fühlen, unser Webauftritt muss besser auf die Interessengruppen abgestimmt sein. Wir arbeiten derzeit auf verschiedenen Ebenen an Verbesserungen.

Stadtpräsident David H. Bon sprach beim Wirtschaftstreffen davon, dass in Romanshorn Hafenrundfahrten geprüft werden. Wie weit sind die Abklärungen?

Krummenacher: Das mit den Hafenrundfahrten ist richtig, jedoch sind wir erst am Evaluieren. Die Idee beziehungsweise das Produkt ist bestechend.

Thorsten Kausch sprach von Bildern der Hafenstadt, mit denen man öffentlich werben soll. Welche Bilder würden Sie für Romanshorn sehen?

Krummenacher: Ausgangspunkt für die Hafenstadt Romanshorn war der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts getroffene Entscheid, einen grossen Hafen und einen Eisenbahnverkehrsknotenpunkt zu realisieren. Parallel dazu entwickelte sich die urbane Hangkulisse und es entstanden – gleichzeitig wie in England und Deutschland – Gartenstadtquartiere. Auch das Baden und das öffentlich zugänglich machen der Quaianlagen hat in Romanshorn eine lange Tradition. Aus diesen Schwerpunkten gilt es nun emotionale Bilder entstehen zu lassen, die haften bleiben.

Da die Hamburger ihre Kirche lieben, doch sie die Touristen nicht wirklich anzieht, könnte man davon ausgehen, dass der MocMoc eigentlich auch ein gutes Bild von Romanshorn wäre, denn die Einwohner mögen ihn zwar nicht besonders, doch ausserhalb ist er ein Markenzeichen der Hafenstadt.

Krummenacher: Solche Stimmen hören wir ebenso wie auswärtige Investoren und Besucher, die sich an dieser Figur, deren Image und Lage stören. Diese Figur hat weder mit unserer Geschichte noch mit unseren Stärken etwas zu tun. Entsprechend sehen wir die im Zusammenhang mit einem Kinderfest entstandene Gestalt nicht als unser Markenzeichen. Wir wollen anknüpfen an authentische Inhalte.

Thorsten Kausch sagte: «Marketing ist Chefsache.» Sind Sie gleicher Meinung, oder wie stehen Sie zu dieser Aussage?

Krummenacher: Das sehe ich absolut gleich. Die gezielte Markenführung muss von der politischen Behörde mitgetragen und gelebt werden. Ich habe das Gefühl, dass die Bevölkerung sehr wohl im Boot ist. Im Workshopverfahren «Begegnungsräume» wurden die Anliegen konkret formuliert – der zur Stadtentwicklung entstandene Slogan «Romanshorn mit Herz» sagt wohl alles.