Biberevakuation im Fabrikkanal Bürglen

Aufgrund der Erneuerung des Kraftwerks Bürglen, verbunden mit einer Trockenlegung des Kanalsystems, steht Bibern und Fischen der Fabrikkanal Bürglen vorübergehend nicht mehr als Lebensraum zur Verfügung. Vorsorglich wurden die im Kanalsystem lebenden Biber durch die Jagd- und Fischereiverwaltung mit Unterstützung der Biberfachstelle Schweiz eingefangen.

Drucken
Teilen
Biberfang im Kanal. (Bild: pd/Klaus Robin)

Biberfang im Kanal. (Bild: pd/Klaus Robin)

Die Axpo Kleinwasserkraft AG, Baden, bereitet die Erneuerung des Wasserkraftwerkes Bürglen vor. Wie die Jagd- und Fischereiverwaltung mitteilt, erfolgt neben der Sanierung des Oberwasserkanals ein Neubau der Turbinenanlage und des Zentralengebäudes. Die Erneuerung der Kraftwerksanlage wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Während der Bauphase muss der Wasserzufluss von der Thur zum Kanalsystem vollständig unterbrochen werden.

Neben Fischen nutzen seit einigen Jahren auch Biber das Kanalsystem als Lebensraum und haben sich dort mit diversen Wohnbauten etabliert. Die Tiere stehen unter bundesrechtlichem Schutz. Während der Bauphase können diese jedoch das Kanalsystem wegen der Trockenlegung nicht mehr nutzen. Für die Biber sei einerseits der Schutz der Wohnbauten vor Feinden nicht mehr gewährleistet und andererseits könnten sie zur Nahrungsaufnahme wegen der hohen, senkrechten Kanalwände das Kanalsystem nicht mehr verlassen, wie die Verwaltung schreibt. "Die Jagd- und Fischereiverwaltung hat sich deshalb mit Zustimmung des Bundes für eine vorübergehende Evakuation der Biber rechtzeitig vor Beginn der Bauphase entschlossen."

 

Biberfang im Kanal. (Bild: pd/Klaus Robin)

Biberfang im Kanal. (Bild: pd/Klaus Robin)

Am 20. und 21. April 2015 wurde der Wasserstand des Kanalsystems durch die Kraftwerksbetreiberin vorübergehend abgesenkt, und die anwesenden Biber wurden durch die Jagd- und Fischereiverwaltung unter Mithilfe der Fachstelle Biber Schweiz eingefangen. Die vier gefangenen Biber werden nun bis zum Ende der Bauphase im Herbst 2015 unter fachkundiger Leitung in der Wildstation Landshut in Utzenstorf gehalten. Während der Bauphase wird die Kraftwerksbetreiberin als Ersatzmassnahmen diverse künstliche Biberbauten und Ausstiege für Wildtiere im Kanalsystem erstellen. Nach Fertigstellung der Kraftwerksanlagen werden die Biber zurückgeholt und im Kanalsystem freigelassen, damit sie ihr angestammtes Revier wieder nutzen können.
 
Vor der definitiven Trockenlegung des Kanalsystems unmittelbar vor Baubeginn müssen in einer zweiten Aktion Ende Mai auch noch die Fische durch die Fischereiaufsicht aus dem Kanal evakuiert werden. Die gefangenen Fische werden in der Thur, aus der diese auch stammen, wieder eingesetzt. (pd/jar)