Bezirk zieht neue Einwohner an

Die Bevölkerung im Bezirk Kreuzlingen ist im letzten Jahr im kantonalen Vergleich wieder am stärksten gewachsen. Langrickenbach konnte prozentual am meisten zulegen. Raperswilen hat hingegen Einwohner verloren.

Nicole D'orazio
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In Zuben erstellen Arbeiter ein Mehrfamilienhaus. Die Gemeinde Langrickenbach hat beim Bevölkerungswachstum kantonsweit am meisten zugelegt. (Bild: Nana do Carmo)

In Zuben erstellen Arbeiter ein Mehrfamilienhaus. Die Gemeinde Langrickenbach hat beim Bevölkerungswachstum kantonsweit am meisten zugelegt. (Bild: Nana do Carmo)

Langrickenbach steht an der Spitze. Die Bevölkerung ist in der Gemeinde im kantonalen Vergleich im letzten Jahr am stärksten gewachsen – prozentual gesehen. 6,8 Prozent mehr Einwohner leben in Langrickenbach, das sind 78 Personen mehr. Die Gemeinde hatte Ende letzten Jahres insgesamt 1223 Einwohner. «Dass wir über den ganzen Kanton prozentual am meisten von allen Gemeinden gewachsen sind, hat mich überrascht», sagt Fabienne Schnyder, Frau Gemeindeammann von Langrickenbach. «Wir hatten eine rege Bautätigkeit. Es sind ungefähr 35 Wohneinheiten entstanden. Das hat in einer kleineren Gemeinde natürlich grossen Einfluss.» Vor allem Zuben und Schönenbaumgarten seien wegen verschiedener Mehrfamilienhäuser stark gewachsen.

«Das Wachstum haben wir vor allem auf der Gemeindeverwaltung gespürt», sagt Schnyder. Die Administration der Technischen Werke, Einwohnerkontrolle und auch das Steueramt hätten klar mehr zu tun. Die Zuzüger kämen von überall her. «Es sind viele Paare mit und ohne Kinder, aber auch ältere Leute.» Das Wachstum könne noch weitergehen, sagt sie. «Wir haben noch Bauland. Aber zuerst müssen wir den Zustrom verdauen und die Neuen integrieren.» Für die Zukunft hält sie eine Einwohnerzahl von 1400 für realistisch.

Rekordjahr in Tägerwilen

Auffallend stark ist Tägerwilen gewachsen, sowohl absolut (197 Personen mehr) wie auch prozentual (plus 4,8 Prozent). «Für uns ist das ein absolutes Rekordjahr», sagt Gemeindeammann Markus Thalmann. In den 1960er-Jahren habe es prozentual gesehen zwar noch ein höheres Wachstum gegeben, doch damals war das Dorf noch viel kleiner. Ende letzten Jahres zählte es 4263 Einwohner.

In Tägerwilen wird viel gebaut, und ein Ende ist nicht absehbar. «Bauland zonen wir keines mehr neu ein, doch wir können noch einige Umzonungen vornehmen», sagt Thalmann. Innerhalb des Dorfes gebe es noch Potenzial für eine Verdichtung. «Die Gemeinde wird sicher bis 4700 Einwohner wachsen. Danach ist der Wunsch der Planungskommission ein jährliches Wachstum von einem Prozent.»

Besitzerwechsel in Raperswilen

Zurückgegangen sind die Einwohnerzahlen in Raperswilen (minus 2,5 Prozent, zehn Personen) und Wäldi (minus 0,7 Prozent, sieben Personen). Für Willi Hartmann, Gemeindeammann von Raperswilen, ist das nicht dramatisch. «Es hat einige Besitzerwechsel bei Einfamilienhäusern gegeben. Es haben sich noch nicht alle Neuen angemeldet», sagt er. Effektiv seien nur fünf Personen aus der Gemeinde weggezogen. Dank der Bautätigkeit in der Gemeinde rechnet er damit, dass die Einwohnerzahl in ein paar Monaten wieder auf über 400 klettert. Ende Jahr waren 393 Personen registriert.

Fabienne Schnyder Frau Gemeindeammann Langrickenbach (Archivbild: Reto Martin)

Fabienne Schnyder Frau Gemeindeammann Langrickenbach (Archivbild: Reto Martin)

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