Bewegung in die Familie bringen

Seit dem vergangenen Sommer ist in den Kindergärten Park, Nordstrasse und Oberaach Bewegung angesagt. Sie nehmen am Projekt «Purzelbaum» teil.

Hugo Berger
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amriswil. Bewegungsmangel und Übergewicht bei Kindern ist in Kindergärten und Schulen schon lange ein Thema. Mit dem zweijährigen Pilotprojekt «Purzelbaum» will der Kanton Thurgau mehr Bewegung in die Kindergärten bringen. Das Projekt startete im September 2010 mit 18 Kindergärten.

In Amriswil sind die Kindergärten Park, Nordstrasse und Oberaach am kantonalen Projekt beteiligt. Sie informierten die Eltern kürzlich im Kulturforum in Amriswil über das neue Bewegungs-konzept.

Motorisch ungeschickt

Ein Film führte den rund 40 Eltern vor Augen, warum gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung für die Entwicklung der Kinder wichtig ist. Bewegung fördert nicht nur die Gesundheit und das Selbstvertrauen der Kinder, sondern hilft mit, Unfälle zu vermeiden.

In Spiel und Bewegung wird vor allem auch die motorische Geschicklichkeit trainiert. Diese sei heute bei vielen Kindern schwach ausgebildet, was zu Unfällen, insbesondere beim Velofahren führe, so die Botschaft des gezeigten Films. Festgestellt wurde auch, dass nur gerade die Hälfte der Kinder selbständig einen Purzelbaum schlagen können.

Bewegung braucht Platz

Während mindestens einer Stunde ist in den Kindergärten Bewegung wie Balancieren, Klettern und Hüpfen angesagt. Dies mit einfachen Mitteln, etwa Ballons, Traktorreifen oder Markierungen auf dem Fussboden.

Gespielt wird aber regelmässig auch im Freien. «Die Kinder sind sehr kreativ und finden bald heraus, was ihnen Spass macht, man muss ihnen einfach den Raum geben», weiss Susanne Brügger vom Kindergarten Nordstrasse.

Die Kindergärtnerinnen sehen ihre Aufgabe vor allem darin, den ihnen anvertrauten Kindern Raum für Bewegung zu verschaffen und sie so weit wie möglich selbständig spielen zu lassen. «Wenn die Kinder zusammen zum Beispiel ein Haus aus Würfeln bauen, lernen sie dabei auch ein gesundes, soziales Verhalten», so die Erfahrung von Susanne Brügger.

Eltern mit einbeziehen

Bewegung und gesunde Ernährung sollen aber nicht nur im Kindergarten gefördert werden, sondern vor allem im Elternhaus. Dort verbringen die Kinder den grössten Teil ihrer Zeit.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist deshalb nebst der Weiterbildung des Lehrpersonals der Einbezug der Eltern durch laufende Informationen sowie verschiedene Eltern-Kind-Aktivitäten. Dadurch sollen die Eltern für das Thema sensibilisiert werden und mit ihren Kindern wieder bewusster Bewegung und Spiel pflegen.

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