Bevölkerung trägt Dorfladen

FREIDORF. Dem Dorfladen in Freidorf hat die Schliessung gedrohnt. Das will eine Interessengemeinschaft abwenden. Geplant ist, einen Verein «Dorfladen Freidorf» zu gründen. Der Bevölkerung soll die Zukunft des Ladens einen finanziellen Zustupf wert sein.

Hedy Züger
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Geschäftsführerin Bea Kreuzer ist optimistisch, dass der Fortbestand des Freidorfer Ladens sichergestellt werden kann. (Bild: Hedy Züger)

Geschäftsführerin Bea Kreuzer ist optimistisch, dass der Fortbestand des Freidorfer Ladens sichergestellt werden kann. (Bild: Hedy Züger)

Ungefähr jeder dritte Freidorfer Haushalt und viele Sympathisanten aus Roggwil und der Umgebung unterzeichneten bis Mitte Juni die Zusage, mit einem eigenen Beitrag zum Erhalt des Dorfladens beizutragen.

Hälfte der Sicherheit erreicht

Bisher ist etwas mehr als die Hälfte der wünschbaren Sicherheit erreicht worden. Die Interessengemeinschaft ging nach Sichtung der Reaktionen aus der Einwohnerschaft nochmals über die Bücher und fasste wichtige Beschlüsse: Sie leitet eine

zweite Sammeltour ein, bei welcher der persönliche Kontakt zur Bevölkerung und das Gespräch mit dem einheimischen Gewerbe gesucht werden. Dafür bleibt noch Zeit bis zum 3. Juli.

Talons können weiterhin im Dorfladen, bei der Gemeinde oder Mitgliedern der IG abgegeben werden. Die IG gab nach ihrer Sitzung bereits das feste Versprechen ab: «Wir denken positiv, wir wagen den Schritt, der Dorfladen wird weitergeführt.» Sollte die benötigte Summe nicht zusammenkommen, wird den Spendern das Geld von der Bank direkt zurückerstattet.

Verschiedene Gespräche hoben nochmals die Erwartung hervor, den täglichen Bedarf im Wohnquartier decken zu können. Der Dorfladen gilt als günstig, gut geführt und zeitsparend. Er ist nicht gross, das Angebot ist trotzdem vielseitig und entspricht den Wünschen.

Kein Start bei null

Die Bevölkerung erteilte der IG mit ihren Zusagen die wichtigste Sicherheit: Der Dorfladen kann nur bei weiterhin guter Berücksichtigung sein Niveau halten.

Grundlegend ist ferner der Umstand, dass Geschäftsführerin Bea Kreuzer und ihre Vertreterin, Monika Enz, bei der Kundschaft sehr geschätzt werden. Sie bleiben. Eine Erleichterung wird es in Zukunft sein, dass neben einem festen Lieferanten die gesunden Gemüse und Früchte täglich frisch von Produzenten in der nächsten Umgebung bezogen werden. Auf exotische Angebote können viele Freidorfer leicht verzichten. Hinzu kommt, dass kein ferner Konzern befiehlt, was und wie viel bezogen werden muss.

Ohne Gewinnstreben

Der Laden steht nicht nur im Dorf, er gehört in Zukunft der Dorfbevölkerung. Ein allfälliger Gewinn soll nach der obligaten Sicherheit auf der hohen Kante auf verschiedene Weise der Einwohnerschaft zufliessen. Die IG möchte im weitern festhalten, dass die Ausgangslage vor 15 Jahren mit mehr Unsicherheiten behaftet gewesen sei, während der Dorfladen diesmal gut laufe. Ein vorteilhafter Mietzins kann übernommen werden.

Die nächsten Schritte wurden mit beratenden Organen festgelegt: Der Verein «Dorfladen Freidorf» wird gegründet. Die Einzahlungsscheine für die auf der Vereinbarung genannten Beträge werden versandt. Die Einzahlungen fliessen auf ein Sperrkonto mit dem Vermerk «Dorfladen Freidorf in Gründung».

Treffpunkt mit Kaffee-Ecke

Für Bea Kreuzer ist mit dem Ja zur Weiterführung des Geschäfts ein wichtiger Entscheid gefallen; sie kann nun sicher sein, dass ihre Tätigkeit weiterhin gefragt ist.

Der Dorfladen darf auch ein Treffpunkt sein: Wenn es sich mit der Zeit machen liesse, eine winzige Kaffee-Eecke einzurichten, wo die Wartezeit auf das Kind in der Spielgruppe oder den Partner beim Arzt überbrückt werden könnte, wäre ein weiteres Wunschziel erreicht.