Betagte Menschen haben die Wahl

Die Amriswiler Alterskommission hat das bestehende Alterskonzept aktualisiert. Mit im Boot sind nun auch die beiden Nachbargemeinden Hefenhofen und Sommeri. Eine Prognose des Bundesamts für Statistik rechnet bis 2030 mit einer Verdoppelung der über 65-Jährigen.

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AMRISWIL. Das Alterskonzept der Stadt Amriswil stammt aus dem Jahr 2007. Nun hat es die Alterskommission überarbeitet und auf den neusten Stand gebracht. Angebote wie das betreute Wohnen – es löst zunehmend die traditionellen Alterswohnungen ab – oder eine neue Dementenabteilung, welche vor sechs Jahren als Massnahmen formuliert waren, sind heute in Amriswil vorhanden.

100 Alterswohnungen

Nicht zuletzt dank viel Freiwilligenarbeit bestehe ein gutes soziokulturelles Angebot für Betagte, kommt das Alterskonzept zum Schluss. Dies möge so bleiben und die ältere Bevölkerung solle in möglichst vielen Bereichen Wahlmöglichkeiten haben. Zu den Anbietern zählen die Stadt (APZ/Alterswohnungen), die Kirchgemeinden (evangelisch, katholisch, Chrischona und Heilsarmee), die Spitex, die Pro Senectute und der Gemeinnützige Frauenverein. Daneben gibt es die privaten Angebote «Alterspflegeheim Debora» und «Oase – Tagesstätte für demenzkranke Menschen». Mit der Fertigstellung des Neubaus beim APZ verfügt Amriswil nun über rund 100 Alterswohnungen und 140 Alters- und Pflegeheimplätze. Vor allem die zweite Zahl ist nach wie vor eher tief. Gemäss Alterskonzept wird sich die Knappheit an Alters- und Pflegeheimplätzen weiter verstärken: Das Bundesamt für Statistik geht davon aus, dass noch ein beträchtliches Potenzial zur Ausdehnung der Lebenserwartung besteht. So wird die Zahl der über 65-Jährigen in den Gemeinden Amriswil, Hefenhofen und Sommeri weiter zunehmen und sich bis ins Jahr 2030 auf über 4000 Personen verdoppeln.

«Danach zeigt die demographische Entwicklung aber voraussichtlich wieder nach unten», weiss APZ-Leiter Dominique Nobel. Der Bau eines zweiten Alterszentrums wäre also vermessen. Zur Behebung von Kapazitätsengpässen in den Heimen denkt er eher an die Schaffung von (dezentralen) Pflegewohngruppen.

Spitex-Dienstleistungen gefragt

«Bisher kamen in der Regel alle pflegebedürftigen Amriswiler Senioren in Amriswil unter. Das bleibt das Ziel», hält Nobel fest. Als Basis für die Aktualisierung des Alterskonzepts diente das ebenfalls aktualisierte Alterskonzept des Kantons Thurgau. Dieses geht davon aus, dass Betagte in Zukunft auch vermehrt ambulante Pflege und Betreuung zu Hause in Anspruch nehmen. Spitex-Dienstleistungen dürften also in Zukunft noch gefragter sein. (red.)