Betagte geniessen den Kontakt

AMRISWIL. Menschen über 85 sollen sich in Amriswil regelmässig treffen. In welchem Turnus, ist noch unbestimmt. Der erste Treff im Alters- und Pflegezentrum fand grosse Beachtung und bot viel Raum, um sich auszutauschen und gemeinsam in Erinnerungen zu stöbern.

Rita Kohn
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Die betagten Einwohnerinnen und Einwohner trafen sich zum geselligen Nachmittag. (Bild: Rita Kohn)

Die betagten Einwohnerinnen und Einwohner trafen sich zum geselligen Nachmittag. (Bild: Rita Kohn)

Die Jungseniorenfeier hat sich in der Stadt Amriswil als beliebter Anlass eingebürgert. «Es war bisher das letzte Angebot, das die Stadt den älteren Menschen gemacht hat», sagt Stadtrat Erwin Tanner. Das wird sich ändern. Im regelmässigen Turnus wird es einen geselligen Anlass für Menschen im Alter von 85 Jahren und älter geben.

Der Anfang dafür ist gemacht. Die Stadt hat alle Einwohnerinnen und Einwohner mit Alter 85plus zu einem Nachmittag mit Musik und Zvieriplättli eingeladen. «Wir waren anfänglich skeptisch, ob überhaupt Interesse daran besteht», gesteht Erwin Tanner ein. Der Rücklauf der Anmeldungen hat ihn dann aber überrascht.

Grosses Interesse

380 Personen in Amriswil sind derzeit 85 Jahre alt oder älter. Knapp ein Viertel davon zeigte sich am Treffen interessiert. Es entspricht dem Bild, das eine vom Stadtpräsidenten Martin Salvisberg vorgelegte Umfrage unter älteren Menschen ergibt: Drei von vier Senioren finden Erfüllung im Kontakt mit anderen Menschen. Doch die Kontaktmöglichkeiten sind beschränkt.

«Ich finde die Tanznachmittage für Seniorinnen und Senioren etwas Herrliches», schwärmt Ehrenbürgerin Margrit Haefeli – selbst eine der 380 eingeladenen Personen – von einem der wenigen Angebote, die derzeit bestehen. «Ich hoffe nur, dass die Veranstalter den Schnauf haben und den Anlass weiter führen, bis die Besucherzahlen steigen.

Lieber Louis Armstrong

Eveline Lorandi, Brigitte Svec und Thomas Haubrich haben sich als Musiker für den Nachmittag zur Verfügung gestellt und präsentierten den Versammelten immer wieder Stücke von keltischer Musik. Die sanften Töne fanden Anklang – wenn sie auch nicht bei allen nur Freude auslösten. So fragte eine Seniorin mit gefurchter Stirn: «Was spielen die da für Musik?» Ihre Sitznachbarin erwiderte lächelnd: «Das ist keltische Musik. Aber ich weiss schon, Du hättest lieber Louis Armstrong gehabt.» Ein Nicken und zustimmendes Brummen, dann verlor sich die Besucherin in Erinnerungen an heisse Jazz-Abende.