Bessere Mamis und Papis

«Elternlehre» heisst das neue Angebot der Volksschulgemeinde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Beratungsstelle Conex familia. Drei Frauen möchten frischgebackenen Eltern mehr Sicherheit geben.

Manuel Nagel
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Claudia König, Sonia Stürm und Nadine Wolfer sind die Kursleiterinnen der Elternlehre, die Ende April startet. (Bild: Manuel Nagel)

Claudia König, Sonia Stürm und Nadine Wolfer sind die Kursleiterinnen der Elternlehre, die Ende April startet. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

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@thurgauerzeitung.ch

«Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr», sagt der Volksmund. Es dürfte kaum ein Elternpaar geben, welches nicht auch schon zweifelte oder gar verzweifelte, ob es denn alles richtig macht mit dem Sprössling.

«Wir sagen den Eltern aber nicht: So ist es richtig, und so ist es falsch», sagt Sonia Stürm. Vielmehr soll es eine Wegbegleitung sein, die Eltern unterstützt und auch in den Bereichen stärkt, die sie schon gut machen. Präventiv positiv möchten sie wirken, sagt Stürm. Sie ist eine von drei Kursleiterinnen der neuen Elternlehre, welche die Volksschulgemeinde ins Leben gerufen hat. Zusammen mit der Stadt und der Beratungsfachstelle Conex familia bildet sie deren Trägerschaft.

Sonia Stürm ist 38 Jahre alt, selber dreifache Mutter und führt eine Naturheilpraxis mit Schwerpunkt Frauen- und Kinderheilkunde. Da erlebe sie immer wieder junge Mütter mit Fragen und Unsicherheiten – und der Unkenntnis, wo man sich ausserhalb der Elternberatung Hilfe holen kann. Die Elternlehre soll jedoch die klassische Mütter- und Väterberatung nicht konkurrenzieren oder gar ersetzen, stellt sie klar.

Die Freude am Kind weitergeben

Aufgebaut ist die Elternlehre in drei Module (siehe Kasten), welche das ganze Altersspektrum von der Geburt bis zum Alter von drei Jahren abdecken soll.

«Unsere drei Kursleiterinnen sind für sämtliche drei Module ausgebildet», sagt Barbara Oehrle, Geschäftsleiterin von Conex familia und auch Projektleiterin der Elternlehre. Somit könnte auch jede der Leiterinnen eine Kollegin bei Krankheit oder Abwesenheit ersetzen.

Claudia König aus Bischofszell startet in die Elternlehre als Kursleiterin des ersten Moduls. Die 50-Jährige ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, Kinderkrankenschwester und auch Projektleiterin des Eltern-Kind-Cafés in Bischofszell, welches ebenfalls zum Einzugsgebiet von Conex familia gehört.

«Ich will die Freude am Kind weitergeben, auch wenn es manchmal anstrengend ist», beschreibt König ihre Motivation, bei der Elternlehre mitzuwirken. Es sei spannend, Eltern zu begleiten, wie sie vom Paar zur Familie werden. Viele junge Elternpaare würden sich in dieser ersten Zeit auch oft alleine gelassen fühlen.

Das Trio komplettiert Nadine Wolfer, die zu Beginn das dritte Modul leitet. Die drei Leiterinnen bleiben jedoch in ihrer Gruppe während des ganzen dreiteiligen Kurses. Nach Modul 3 beginnt Wolfer mit Modul 1 und begleitet die neuen Eltern bis zum Ende des dritten Moduls.

Nadine Wolfer hat ebenfalls zwei Kinder. Amriswiler Eltern dürften sie von der Kita her kennen, deren Leiterin sie 16 Jahre lang war. Nebst ihrem Engagement bei der Elternlehre ist die 42-Jährige Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Sie möchte den Eltern mit dem Kurs eine gute Basis verschaffen, «damit auch bei stürmischem Wellengang die Familie nicht untergeht».

Die einzelnen Kurse sind mit zwölf Personen kleingehalten. Idealerweise kämen beide Elternteile, sagt Barbara Oehrle. Manchmal seien Eltern froh, sich einerseits Luft zu verschaffen und andererseits zu erfahren, dass bei anderen auch nicht alles rund- läuft und nur heile Welt herrscht.

Bei Fragen oder auch bei Schwierigkeiten mit der Finanzierung (rund 1000 Franken pro Paar für alle drei Module) könne man sie via Conex familia kontaktieren, sagt Barbara Oehrle.