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Besser lernen mit Phantasie

ARBON. Wie können Kinder leichter lernen? Und was können Eltern dabei tun, um sie zu unterstützen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Lern-Workshops für Eltern und Kinder, zu dem am Samstagvormittag das Elternforum Arbon einlud.
Christof Lampart
Lernen mit Bildern: Schnelles Lernen bringt nicht unbedingt nachhaltigeren Erfolg. Auch das Genie Albert Einstein war ein «Langsam-Lerner». (Bilder: Christof Lampart)

Lernen mit Bildern: Schnelles Lernen bringt nicht unbedingt nachhaltigeren Erfolg. Auch das Genie Albert Einstein war ein «Langsam-Lerner». (Bilder: Christof Lampart)

Im Sekundarschulhaus Reben 4 ist es an diesem Vormittag mucksmäuschenstill. 37 Personen – vom Sek-Frischling bis hin zum gestandenen Berufsmann – sitzen dicht gedrängt und aufgeteilt an Vierertischen sich gegenüber und sind in eine Schreibarbeit vertieft. Ohne Fleiss kein Preis: das gilt auch – oder besonders – beim Lernen. Lernfaul ist hier jedoch niemand. Allerdings geht es vielen oft nicht so leicht von der Hand. Sie alle sind gekommen, um sich «gehirngerechte Lerntechniken» anzueignen, wie Kursleiterin Marion Müller formuliert.

Bilder sind fürs Lernen wichtig

Die Deutsche, welche an der Sekundarschule in Arbon unterrichtet, beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem menschlichen Gehirn und dessen Potenzial. Und sie hat an diesem Vormittag für ihre Zuhörerschaft vor allem eine frohe Botschaft parat: «Intelligenz ist lernbar.» Marion Müller macht unmissverständlich deutlich, dass die wenigsten Menschen dumm seien, jedoch viele im Unterricht nicht verstünden, um was es gehe. Dies passiere besonders häufig dann, wenn man keine passenden, inneren Bilder abrufen und zu dem Erklärten in Verbindung bringen könne. «Dann wird es einem mal schnell langweilig; Kindern ganz besonders», weiss Müller aus ihrer eigenen Erfahrung als Lehrerin und Mutter.

Zu schnell ist auch nicht so gut

Auch mit dem Lerntempo ist es so eine Sache. Manchmal sei es sogar gar nicht so gut, wenn ein Kind allzu schnell alles begreife, denn «dann langweilt es sich auch schneller und strengt sich nicht mehr so an, weil ihm ja alles zufliegt. Kinder, die etwas langsamer lernen, kommen hingegen kontinuierlich voran und überholen irgendwann auf einmal die Schnellstarter», erklärt Marion Müller. Und fügt hinzu, dass auch Albert Einstein ein langsamer Lerner war. Mit praktischen Lerntechnikübungen will Marion Müller an diesem Vormittag beweisen, dass Lernen Spass machen kann. Tatsächlich: Schon mit der Bildung von Assoziationen hat sich die anfängliche Zurückhaltung einiger in Luft aufgelöst.

Auf einmal macht es Klick

Die Teilnehmer begreifen schnell, dass es hier für einmal nicht um «gut oder falsch» geht, sondern nur um die Frage: Wie kann ich leichter und somit auch besser lernen? Müller erklärt, das Lernen funktioniere leichter, wenn man Wörtern oder Zahlen einzelne fixe Symbole zuordne. So könne der Baum für die Eins, die Hand für die Fünf und die Bibel – wegen der 10 Gebote – für die 10 stehen. Anschliessend mussten alle aufgrund einer fiktiven Telefonnummer eine Kurzgeschichte schreiben. «Je verrückter diese ist, desto einfacher lassen sich die Bilder merken», empfiehlt Müller.

Danach wird es komplexer und die Zahlen-/Bilderreihe auf 20 erweitert. Müller gibt Sachen wie «hier findet ein Fussballspiel statt» oder «jetzt mache ich mit der Hand die Tür auf, und ein Ritter kommt herein» vor. Das Fussballspiel steht für die Zahl 11, der Ritter für die 15 – lebten diese doch im 15. Jahrhundert. Und auf einmal machte es bei vielen richtiggehend Klick, bemerken doch viele, dass sich hinter vorgegebenen Stichwörtern, anhand derer alle eine weitere Geschichte schreiben müssen, sämtliche EU-Länder versteckten. Lernen, das begriffen an diesem Vormittag viele, kann wirklich einfach sein – vorausgesetzt, man verknüpft das Gesagte mit Bildern.

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