Bernrain sucht neue Patres

KREUZLINGEN. Das Priesterhaus, das heute der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen gehört, soll an die Katholische Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen übergehen. Es besteht ein hoher Sanierungsbedarf.

Martina Eggenberger Lenz
Merken
Drucken
Teilen
Das von der Ordensgemeinschaft erbaute Priesterhaus bei der Kirche Bernrain. (Bild: Donato Caspari)

Das von der Ordensgemeinschaft erbaute Priesterhaus bei der Kirche Bernrain. (Bild: Donato Caspari)

Fünf Patres des Ordens der Redemptoristen leben heute noch im Priesterhaus beim Kirchlein Bernrain, unter anderem Pfarrer Josef Gander. Er ist mit einem Alter von «70 plus» der jüngste Bewohner. Die Gemeinschaft hat das Haus vor bald hundert Jahren gebaut. Weil sie jetzt aber mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat und deshalb in Zukunft keine weiteren Vertreter nach Kreuzlingen entsenden wird, brauchen die Redemptoristen die Liegenschaft nicht mehr.

Vertraglich wurde 1929 festgehalten, dass das Haus in einem solchen Fall käuflich an die Kirchgemeinde zurückfällt. Der Kirchgemeinde gehören das Land und die Kapelle. Traktandiert ist das Geschäft für die Versammlung vom kommenden Mittwochabend.

Umbau für sechsstelligen Betrag

Der Kaufpreis für das Priesterhaus soll 600 000 Franken betragen. Diesen Vorschlag mache die Kirchenvorsteherschaft aufgrund zweier unabhängiger Schätzungen, sagt Präsident Thomas Gisler. Gleichzeitig beantragt die Behörde der Versammlung einen Planungskredit über 80 000 Franken für eine umfassende Renovation. Gisler nennt eine mögliche Investitionssumme von «plus/minus eineinhalb Millionen Franken». Vieles am und im Haus ist veraltet. Pfarrer Gander nennt insbesondere die schlechte Isolation, den Zustand der Leitungen und sanitären Anlagen sowie der Zimmer generell.

Wohnrecht bleibt

Die Kirchenvorsteherschaft hofft, für die Zukunft eine neue Gemeinschaft zu finden, die das Priesterhaus belebt. Die Redemptoristen waren insbesondere für den Aushilfsdienst bistumweit wichtig. Und sie haben in der Kapelle täglich Gottesdienste gehalten, das Beichtzentrum betrieben und sich um die Pilger von Konstanz her gekümmert. Den fünf Patres wird bis auf weiteres Wohnrecht gewährt. Schliesslich hofft die Kirchgemeinde auch, noch lange auf die Dienste von Pfarrer Gander zählen zu können.