BERG: Ursus räumt auf

Der Komiker Ursus Wehrli gastierte mit seinem Programm «Kunst aufräumen» und sorgte für strapazierte Lachmuskeln.

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Ursus Wehrli räumt ein Bild von Keith Haring auf. (Bild: Monika Wick)

Ursus Wehrli räumt ein Bild von Keith Haring auf. (Bild: Monika Wick)

«Wer von euch war schon einmal im Kunsthaus in Zürich?», fragte Ursus Wehrli. Kaum hatte er das Dutzend Hände, die in die Höhe schnellten, gezählt, doppelte er nach und wollte wissen, wer von den rund 150 Zuschauern schon einmal in der Ikea war. «Das zeigt mir, auf welchem Niveau ich den heutigen Vortrag halten muss», erklärte der Komiker.

Ursus Wehrli ist eine Hälfte des Komiker-Duos Ursus und Nadeschkin, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Auf Einladung des Gemeinnützigen Frauenvereins Berg gastierte er am Freitag mit seinem Soloprogramm «Kunst aufräumen» in der Aula des Schulhauses Neuberg. «Ich weiss nicht, wie das Schulhaus heissen wird, wenn es älter wird», sinnierte Ursus Wehrli.

Paul Klees Bild als Einstieg für Anfänger

«Dieses Bild eignet sich für Einsteiger», erklärte Ursus Wehrli, während er ein Werk des deutschen Malers Paul Klee auf einer Staffelei platzierte. Das zweite Bild zeigte die aufgeräumte Version davon. Fein säuberlich hatte der Komiker das Werk in seine Einzelteile zerlegt und nach Farben sortiert. «Das macht es weniger anstrengend für den Betrachter», fand er. Dem Amerikaner Jasper Johns attestierte Ursus Wehrli einen guten Ansatz zur Ordnung. «Bei diesem Bild konnte ich alles mit der Schere ausschneiden. Ich war der Schär Holder. Man kann es auch zu zweit machen – im Job-Schäring», fügte er hinzu und strapazierte damit die Lachmuskeln des Publikums. Für seine Art der Kunst schreckt Ursus Wehrli auch nicht davor zurück, sich grosser Namen wie Van Gogh, Miró, Kandinsky, Haring oder Picasso zu bedienen.

Auch nach fast eineinhalb Stunden hatte das Publikum noch nicht genug von Ursus Wehrlis Aufräumtipps und holte ihn durch tosenden Applaus mehrmals auf die Bühne zurück, was dieser mit: «Geht jetzt endlich. Ich muss hier noch aufräumen», kommentierte.

Monika Wick

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch

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