BERG: Der Traum vom Topmodel ist aus

Laura Baumgärtner aus Berg wollte Germany's Next Topmodel werden. Doch sie war nur zwei Folgen lang Teil der aktuellen Staffel. Am vergangenen Donnerstag hat sie Sendung verlassen – freiwillig.

Katharina Brenner
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Laura Baumgärtner möchte sich nicht von ihren langen Dreadlocks trennen. (Bild: pd)

Laura Baumgärtner möchte sich nicht von ihren langen Dreadlocks trennen. (Bild: pd)

BERG. «Es war die richtige Entscheidung», sagt Laura Baumgärtner aus Berg am Donnerstagabend in die Kamera von Pro Sieben. Kurz zuvor hat sie der Jury von Germany's Next Topmodel mitgeteilt, dass sie die Sendung verlässt – wegen ihrer Dreadlocks. Als Model müsse man sich in die Hände anderer begeben, hatte Juror Thomas Hayo in der Sendung gesagt und Baumgärtner gefragt: «Ist das ein Beruf, den du akzeptieren kannst?» Ihre Antwort: «Nein, ich mach's nicht.»

Damit ist der Traum vom Topmodel vorerst aus. Schon immer habe sie bei der Sendung mitmachen wollen, sagt Baumgärtner. Daheim in Berg habe sie das Gehen auf dem Laufsteg geübt – mit den Kandidatinnen auf dem Bildschirm. Ihre Motivation seien das Reisen und das Kennenlernen von vielen neuen Menschen gewesen.

«Markenzeichen» Dreadlocks

Doch sich selbst treu zu bleiben, war ihr wichtiger gewesen als das Modeln. Die Haare zu schneiden hätte sie als «Selbstverrat» empfunden, sie seien «ihr Markenzeichen». Schon vor Beginn der Sendung sei ihr klar gewesen, dass sie das nicht machen würde. «Deshalb ist es jetzt nicht so schlimm für mich, dass es vorbei ist», sagt Baumgärtner. In jeder Staffel gibt es das sogenannte Umstyling, bei dem die Jury die Frisuren der Kandidatinnen nach ihren Wünschen ändert. Bevor es so weit war, hat Baumgärtner freiwillig aufgehört.

Sie galt als der Hippie unter den Kandidatinnen, weil sie neben den Dreadlocks Piercings und Tattoos trägt und im Sommer am liebsten keine Schuhe. Wie steht sie zu dieser Rolle? «Ich würde mich nicht gerade Hippie nennen», sagt die 19-Jährige. Aber sie sei sehr offen, naturverbunden und tierlieb und sie versuche Menschen möglichst ohne Vorurteile zu begegnen.

Arbeitet gerne mit Menschen

Weil sie gerne mit Menschen arbeitet, beginnt sie im Sommer eine Ausbildung zur System-Gastronomin in einem Migros-Restaurant in St. Gallen. Dort hatte sie nach anderthalb Jahren eine Ausbildung zur Polygraphin abgebrochen, weil ihr die Arbeit mit Menschen fehlte. Derzeit wohnt sie wieder mit ihren Eltern und den beiden Schwestern in Berg. Seit einem Monat hat sie einen Freund: Der 20-Jährige macht eine Ausbildung zum Grafiker und kommt aus Appenzell Innerrhoden.

Bevor die neue Ausbildung beginnt, besucht Baumgärtner noch eine Sprachschule in Spanien. Und der Traum vom Modeln? «Ich werde versuchen, als Model weiterzumachen.» Es sei nichts Konkretes geplant. «Aber ich werde es auf jeden Fall versuchen», sagt Baumgärtner. Die Sendung wird sie vor dem Bildschirm weiterverfolgen. Sie denke, dass Cindy, Jasmin, Julia und Luana die besten Chancen hätten. Und wo sieht sich Laura Baumgärtner in zehn Jahren? «Es wäre schön, wenn ich bis dahin modeln könnte», sagt sie. «Dann würde ich in ein Strandhaus ziehen – in der Karibik.»

Martin Luginbühl Professor für Sprachwissenschaft an der Universität Basel (Bild: Nik Hunger)

Martin Luginbühl Professor für Sprachwissenschaft an der Universität Basel (Bild: Nik Hunger)

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