Berater sind im GleisEins vereint

KREUZLINGEN. Für die Kreuzlinger gibt es im Geschäftshaus GleisEins neu eine Anlaufstelle für drei Bereiche der Perspektive Thurgau. Drei Berater erzählen, was sich am neuen Standort verändert hat und welche Themen ihre Klienten bewegen.

Annina Flaig
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Drei Beratende der Perspektive Thurgau vor dem neuen Standort GleisEins: Suzanna Baumann, Susanne von Streit und Dirk von Malotki. (Bild: Donato Caspari)

Drei Beratende der Perspektive Thurgau vor dem neuen Standort GleisEins: Suzanna Baumann, Susanne von Streit und Dirk von Malotki. (Bild: Donato Caspari)

Früher waren sie über die Stadt verteilt. Seit Oktober sind drei Fachstellen der Perspektive Thurgau zusammen unter einem Dach im markanten Gebäude GleisEins an der Rheinstrasse 8 untergebracht. «Die Zusammenarbeit ist intensiver möglich als vorher», sagt Suzanna Baumann Nölte. Die Beraterin aus dem Bereich Mütter- und Väterberatung nennt ein Beispiel. So kam kürzlich eine Klientin zu ihr in die Mütterberatung. Einige ihrer Fragen bezogen sich auf die ganze Familie. «Da konnte ich mit ihr kurzerhand bei meinem Kollegen von der Familienberatung an die Tür klopfen.» Dies war vorher nicht möglich, als der eine Bereich an der Konstanzerstrasse und der andere an der Marktstrasse einquartiert war.

«Sind wir noch ein Paar?»

Dirk von Malotki ist einer von drei Beratern, die im Bereich Paar-, Familien- und Jugendberatung tätig sind. «Dass meine Kollegin eine Klientin zu mir begleiten kann, ist ein Gewinn für die Ratsuchenden», sagt er. Herausfordernde familiäre Situationen brächten manche Familien an eine Grenze. So seien Paare, die an einem «toten Punkt» stehen blieben, in der Beratung keine Seltenheit. «Sind wir noch ein Paar? Gibt es etwas, das uns noch verbindet?» Das sind Fragen von Klienten. «Unser Auftrag ist es dann, gemeinsam eine Antwort zu finden», sagt er.

In der Mütter- und Väterberatung nehmen 94 Prozent aller frisch gebackenen Eltern die Dienste der Perspektive Thurgau in Anspruch. Seit 17 Jahren ist Suzanna Baumann Nölte in diesem Bereich tätig. In den letzten zwei Jahren hat sie mit Freude beobachtet, wie immer mehr Väter mit ihren Kindern auf sie zukommen. Wichtig zu wissen sei, dass man kein Problem brauche, um sich Rat zu holen. «Man kann sich auch einfach über dies und jenes erkundigen.»

Anders ist es in der Suchtberatung: «Zu mir kommt man mit einem Problem», sagt Susanne von Streit, eine der drei Suchtberatenden in Kreuzlingen. Die meisten Klienten kommen mit einem Anliegen zum Thema Alkohol, viele von ihnen nicht ganz freiwillig: Manche werden vom Arbeitgeber geschickt, andere vom Strassenverkehrsamt, oder der Partner übt Druck aus. Auch nichtstoffgebundene Süchte werden an sie herangetragen, wie zum Beispiel die Spielsucht. Spielsüchtige zeigen sich immer häufiger als Online-Gamer.

Nur wenige holen Hilfe

Man gehe davon aus, dass sich nur ein kleiner Prozentsatz der Betroffenen Hilfe hole. Zu bedenken sei auch, dass Betroffene manchmal aus eigener Kraft ihr Konsumverhalten ändern. «So ist manchmal das Leben ein guter Therapeut», sagt von Streit. Ein Beispiel sei eine Raucherin, die aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht mehr raucht.