Bekenntnis zum Alterszentrum

Der Gemeinderat befindet nächste Woche über die neue Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Alterszentrum. Dabei geht es um eine Defizitgarantie von maximal 400 000 und einen Baubeitrag von drei Millionen Franken.

Nicole D'orazio
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Dorena Raggenbass Stadträtin Kreuzlingen Departement Gesellschaft (Archivbild: Reto Martin)

Dorena Raggenbass Stadträtin Kreuzlingen Departement Gesellschaft (Archivbild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Die heutige Vereinbarung zwischen dem Alterszentrum Kreuzlingen (AZK) und der Stadt datiert aus dem Jahre 1972. Darin geregelt ist eine Defizitdeckung der Stadt von 95 Prozent für den Betrieb des Pflegeheims sowie 90 Prozent für den Betrieb der Alterssiedlung und des Altersheims. «Seither hat sich aber viel verändert. Der Vertrag ist nicht mehr aktuell», sagt Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Gesellschaft, an der gestrigen Medieninformation. «Vor zwei Jahren haben wir zusammen mit Vertretern der Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen begonnen, eine neue Vereinbarung auszuarbeiten.» Das sei ein langer und auch etwas schwieriger Prozess gewesen. «Denn das AZK braucht eigentlich nichts neues.» Der Gemeinderat befindet am Donnerstag, 2. September, darüber.

Die neue Vereinbarung entspricht den heutigen Anforderungen und regelt die Defizitgarantie, das Mitspracherecht sowie die Vertretung der Stadt im Vorstand der Genossenschaft. Dazu wird eine Kündigungsfrist definiert sowie die Vermögensübertragung.

Vertrag läuft sicher bis 2040

Da bisher keine Vertragslaufzeit bestand, wird die neue Vereinbarung ab 1. Januar 2016 auf unbestimmte Dauer abgeschlossen und kann nach einer Mindestlaufzeit von 25 Jahren unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von fünf Jahren auf Ende eines Jahres gekündigt werden. Erstmals möglich wäre dies per 31. Dezember 2040.

Neu wird die Defizitgarantie der Stadt beschränkt. Dies auf maximal 400 000 Franken jährlich. «Stimmen der Gemeinderat und das Volk zudem einem Baubeitrag von drei Millionen Franken für die zweite Sanierungsetappe des AZK zu, reduziert sich die Defizitgarantie auf maximal 300 000 Franken», erklärt Raggenbass. Denn im Alterszentrum steht nach der bevorstehenden Eröffnung der Neubaus im Oktober die Sanierung des Altersheims inklusive Saal und Küche an. Die Kosten werden auf rund 16 Millionen Franken geschätzt. «Daran soll sich die Stadt mit drei Millionen Franken beteiligen.»

Die Volksabstimmung soll Ende November stattfinden – vorausgesetzt der Gemeinderat stimmt zu. «Noch nicht sicher ist, ob das Volk nur über den Baubeitrag oder auch die Vereinbarung befinden wird», ergänzt Stadtpräsident Andreas Netzle.

Defizite stehen bevor

Da nach der zweiten Bauetappe noch eine dritte – die Sanierung der Alterswohnungen für etwa 20 Millionen Franken – folgen soll, rechnet das Alterszentrum bis ins Jahr 2025 mit Defiziten. Bisher musste die Stadt nach Verlusten in den Anfangsjahren sowie Baubeiträgen 5,3 Millionen Franken ans AZK bezahlen. Neben Kreuzlingen ist auch Münsterlingen angeschlossen und verfügt über eine entsprechende Vereinbarung.