«Beim Sport geht einem die Luft aus»

AMRISWIL. Er hat keine Lust zum Rauchen: Der Sekundarschüler Saverio Er sieht keinen Sinn darin, zur Zigarette zu greifen. Deshalb hat er sich gemeldet, als der Amriswiler Jugendtreff Yoyo die Aktion «Rauchverzicht» lancierte.

Rita Kohn
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Saverio Er: Ihm fällt der Verzicht aufs Rauchen nicht schwer. (Bild: Rita Kohn)

Saverio Er: Ihm fällt der Verzicht aufs Rauchen nicht schwer. (Bild: Rita Kohn)

amriswil. «Ich spiele Fussball.» Für den 14jährigen Saverio Er ist dies Grund genug, dem Rauchen die kalte Schulter zu zeigen. «Beim Sport geht einem die Luft aus, wenn man raucht», sagt er. Dass das Rauchen nicht gesund ist, weiss Saverio Er unter anderem von seinen Eltern. «Meine Schwester hat trotzdem damit angefangen», bedauert der Schüler.

Überhaupt würden in seinem Freundeskreis einige rauchen. «Mich stört das nicht, aber ich möchte nicht mitmachen.» Er finde es nicht «uncool», wenn er zur Zigarette Nein sage. «Die anderen akzeptieren das», sagt Saverio Er und zuckt mit den Schultern.

Sommer ist kein Grund

Dass viele Jugendliche gerade im Sommer zum erstenmal nach der Zigarette greifen, wie eine Umfrage im Yoyo ergab, animiert Saverio Er nicht dazu, es ihnen gleichzutun. «Ein Päckli Zigaretten kostet acht Franken im Tag», rechnet der Sekundarschüler vor. «Diese Ausgabe ist doch völlig unnötig, erst recht, da man damit die Gesundheit kaputtmacht.»

Zudem sehe er, wie seine Schwester nun versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, und es ihr sehr schwer falle. Auch ihm selber würden die Eltern deshalb nicht recht glauben, dass er keine Zigarette anrühre. «Wenn ich zum Jugendtreff komme, denken sie, dass ich zum Rauchen herkomme.»

Sich angesprochen gefühlt

Dass er sich gleich für die Nichtraucheraktion des Jugendtreffs Yoyo angemeldet habe, sei ein logischer Schritt. «Ich wollte sowieso nicht damit anfangen.» Deshalb habe er, als er von Barbara Germann auf das Thema angesprochen worden sei, sich auch von der Sache angesprochen gefühlt.

Wie aber reagiert Saverio Er, wenn ihm Kollegen eine Zigarette anbieten. «Ich nehme sie», sagt er mit einem Lächeln. Und als er die erstaunten Gesichter um sich herum sieht, fügt er an: «Dann zerknülle ich sie und werfe sie weg.» So könne er vermeiden, dass ihm immer wieder Zigaretten angeboten würden. «Die wissen dann alle, dass ich das nicht möchte.» Probleme gebe es deswegen aber keine mit seinen rauchenden Kollegen.

Mädchen trotzdem toll finden

Obwohl sich der Sekundarschüler nicht vorstellen kann, dass er seine Meinung irgendwann einmal ändern könnte, sieht er sich nicht als gutes Beispiel für seine Kollegen. «Es muss jeder selber wissen, ob er seine Gesundheit kaputtmachen will», meint er achselzuckend.

Auch wenn er nun ein Mädchen kennenlernen würde, das raucht, wäre dies kein Grund für ihn, das Mädchen deswegen nicht toll zu finden. Bis jetzt sei das aber noch nicht vorgekommen. Und wenn, dann sei dies auch kein Grund, mit Rauchen anzufangen.

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