Beim Essen kommt man sich näher

WEINFELDEN. Das Weinfelder Kulturenfest am gestrigen Sonntag erwies sich als Publikumsmagnet. Hunderte Besucher liessen sich kulinarisch verwöhnen und genossen ein abwechslungsreiches Kulturprogramm.

Monika Wick
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Reis ist fast überall auf der Welt beliebt. Den Unterschied macht die Sauce. (Bild: Donato Caspari)

Reis ist fast überall auf der Welt beliebt. Den Unterschied macht die Sauce. (Bild: Donato Caspari)

«Hand in hand we can», dröhnt es laut aus den Lautsprechern auf dem Marktplatz. Die Zeile aus dem offiziellen Song zu den Olympischen Spielen von 1988 in Seoul scheint auch in der gegenwärtigen Zeit nichts von ihrer Aussagekraft verloren zu haben. Bester Beweis dafür ist das erste Weinfelder Kulturenfest. Ohne Scheu und Vorbehalte begegnen sich hier Hunderte Menschen aus aller Herren Ländern und zeigen offen ihre Neugier fremden Kulturen gegenüber.

Schwarzaugenbohnen-Eintopf

«Geniessen Sie den Tag und die verschiedenen Köstlichkeiten aus aller Welt und freuen Sie sich an den Begegnungen des heutigen Tages», fordert Roger Häfner-Neubauer, Präsident des Organisationskomitees, auf. Das lassen sich die zahlreichen Besucher nicht zweimal sagen. Die Menschenschlangen vor den Tischen mit den angebotenen Spezialitäten sind lang. Verkürzt werden die Wartezeiten durch das Betrachten der aufwendig gearbeiteten Trachten der Standbetreiber oder ein kurzes Schwätzchen mit dem Nebenmann. Während den meisten die Pizza des Italieners oder Spaniens Nationalgericht Paella schon bekannt ist, wird gerätselt, was wohl im Schwarzaugenbohnen-Eintopf enthalten ist. Diesen bieten die Damen aus Nigeria, Gambia und Ruanda an.

Eritrea mal anders

Der freundliche Herr am Stand der Eritreer demonstriert, dass ihre Speisen nicht mit Messer und Gabel gegessen werden, sondern mit der blossen Hand. Worte braucht es dabei nicht viele, seine Gesten erklären alles. Neben den kulinarischen Leckerbissen werden die Gäste auch durch Darbietungen von Tanzgruppen und Chören verwöhnt. Unter den Besuchern des Kulturenfestes ist Etienne Bulant. Er zeigt sich überrascht über die enorme Menge an Menschen, die den Anlass besuchen. «Fast tagtäglich wird derzeit in den Medien von grausamen Angriffen auf ausländische Mitmenschen oder der Hetze gegen Flüchtlinge berichtet. Das hier zeigt doch, dass es auch anders sein kann», stellt er fest.

Bei der Spezialität aus Ruanda mussten die Hungrigen anstehen. (Bilder: Donato Caspari)

Bei der Spezialität aus Ruanda mussten die Hungrigen anstehen. (Bilder: Donato Caspari)

Es gab italienische Pizza direkt aus dem Holzofen. (Bild: Donato Caspari)

Es gab italienische Pizza direkt aus dem Holzofen. (Bild: Donato Caspari)