Bei Sepp Keller fühlen sich die Samichläuse wohl

GÖTIGHOFEN. Mehr als einen Monat investieren Sepp Keller und seine Helfer jedes Jahr in den Aufbau der Dekoration in und um das Chlausstübli in Götighofen. Die unzähligen Weihnachtsmänner ziehen jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit viele Besucher an. In diesem Jahr sind Szenen aus der Waldarbeit nachgestellt.

Maya Mussilier
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Rosi Schweizer und die Wirte-Chläuse Sepp und Elsbeth Keller freuen sich, ihre Gäste zu verwöhnen. (Bild: Andrea Stalder)

Rosi Schweizer und die Wirte-Chläuse Sepp und Elsbeth Keller freuen sich, ihre Gäste zu verwöhnen. (Bild: Andrea Stalder)

Sie sägen Holz, klettern auf Bäume oder winken aus Fenstern. An der Langenrainstrasse 6 in Götighofen tummeln sich Hunderte von rot gekleideten Chläusen. «Chlausvater» Sepp Keller schmunzelt. Nein, wie viele Samichläuse er besitzt, weiss er selbst nicht.

«Als ich die Sommerresidenz in unserem Haus vor drei Jahren eingerichtet habe, wollte ich sie beim Einsommern zählen», sagt er. Doch nach 40 Strichen habe er aufgegeben. Sepp Keller schmunzelt verschmitzt. «Wenn ich in der Vorweihnachtszeit einkaufen gehe, spazieren sie oft ganz von selbst in meinen Wagen und an der Kasse kann ich sie doch nicht zurückschicken.»

«Sie haben etwas zu erzählen»

Es ist unschwer zu erkennen: Sepp Keller liebt seine Samichläuse. «Wenn man sie anschaut, hat man manchmal das Gefühl, als würden sie einem mit den Augen folgen. Ganz so, als wollten sie etwas erzählen», sagt der Götighofer. Jedes Jahr ist es für ihn etwas Besonderes, die Chläuse aus dem Sommerschlaf zu holen und damit das Chlausstübli, das Haus und den ganzen Garten zu dekorieren. «Längst schaffe ich das nicht mehr alleine», sagt er. Unterstützt wird Sepp Keller beim Dekorieren von seiner Frau Elsbeth, deren Schwester und ihrem Mann. Trotzdem dauert der Aufbau einen guten Monat. Die viele Arbeit lohnt sich aber. Jedes Jahr kommen viele Besucher, um einen Besuch im Chlausstübli zu machen. Dekoriert wird jeweils nach einem Motto. «In dem Jahr, als das Schwingfest in Frauenfeld stattgefunden hat, hatten wir Schwinger- und Alphorn-Chläuse im Garten», sagt Sepp Keller. In diesem Jahr lautet das Motto «Waldarbeit».

«Irgendwie war es in mir drin»

Seine Liebe zum Samichlaus hat schon früh begonnen. Sepp Keller erinnert sich noch gut, wie er schon als Schmutzli unterwegs war, als er selber «noch fast Angst vor dem Samichlaus hatte». Als er ein Bub war, führten seine Eltern in Hohentannen eine Bäckerei. Damals hätten sie um den 6. Dezember herum als Samichlaus verkleidet die Brote mit Pferd und Wagen verteilt. «Irgendwie war es einfach schon immer in mir drin», sagt Sepp Keller. Viele Jahre war er Oberchlaus der Chlausengemeinschaft Hohentannen. «Vor drei Jahren haben wir aber aufgehört, weil wir einfach nicht mehr genügend Helfer fanden», bedauert er. Ganz werde er sein Gewand aber wohl nie an den Nagel hängen können.

Der Chlausengemeinschaft Hohentannen ist es zu verdanken, dass es in Götighofen das Chlausstübli gibt. Sepp Keller erinnert sich: «1999 wollten wir aus dem vier mal vier Meter grossen Gartenschöpfli ein Klubhaus machen. Auf einem mobilen Zweiplattenrechaud haben wir Wienerli gekocht. Es waren auch immer mal Leute aus dem Dorf da.» Als ihn seine Schwester darauf ansprach, den alten ungenutzten Kuhstall zu räumen und das Chlausstübli etwas zu vergrössern, schüttelte Sepp Keller zuerst einmal den Kopf. «Aber dann habe ich es trotzdem gemacht», sagt er und lacht.

2012 folgte ein weiterer Umbau. «Wir haben die Küche vergrössert und im Chlausstübli finden neu etwa 40 Personen Platz.» Grösser soll das Lokal nicht mehr werden. Doch steht im kommenden Jahr noch einmal eine Bauetappe an. «Wir wollen hinter dem Lokal einen Unterstand für den Militärbackwagen bauen, wo wir dann auch mit Kindern Grittibänze backen können», verrät Sepp Keller.

Reservationen unter Telefon 071 642 16 82, 079 235 41 03 oder E-Mail chlausstuebli@bluewin.ch