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Bei ihr dreht sich alles um den Film

AMRISWIL. Die Videokamera ist für Christine Leumann ein lieber Begleiter. Die 76jährige Amriswilerin ist ein engagiertes Mitglied des Filmclubs Oberthurgau. Sie hat mit ihren Filmen schon mehrere Auszeichnungen gewonnen.
Maya Mussilier
Für Christine Leumann ist das Filmen weit mehr als nur ein Hobby. (Bild: Reto Martin)

Für Christine Leumann ist das Filmen weit mehr als nur ein Hobby. (Bild: Reto Martin)

Christine Leumann steht konzentriert hinter der Kamera und fängt damit die Liebesgeschichte von Romeo und Julia ein. «Etwas in dieser Art zu drehen, ist für mich ganz neu», sagt die 76jährige Amriswilerin. Bis jetzt habe sie sich auf Dokumentationen beschränkt. Dass sie bei den Schlossfestspielen als Filmerin dabei sei, mache ihr aber sehr viel Spass. Zu verdanken hat Christine Leumann dies dem Umstand, dass sie spontan als Filmerin für den Jubiläumsfilm des Schwimmbads Amriswil eingesprungen ist. «Im Gespräch mit Florian Rexer sagte ich, dass ich gerne einmal einen Spielfilm drehen würde. Zwei Wochen später bot er mir an, die Hauptprobe und Premiere von Romeo und Julia zu filmen.

Nur für bessere Leute

Wenn sich Christine Leumann an ihre ersten «Gehversuche» mit der Filmkamera erinnert, beginnen ihre Augen zu glänzen. «Ich habe vor über 25 Jahren beim Rennwegwettbewerb eine 8-Millimeter-Filmkamera gewonnen», erzählt sie. Ihr Mann habe sich darüber sehr geärgert und verlangt, dass sie die Kamera zurückbringe. «Mein Mann ist wie ich in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen und er war der Meinung, dass dies etwas für die besser gestellten Leute sei.»

Tatsächlich stand Christine Leumann darauf mit schwerem Herzen und der Kamera in der Hand im Fotogeschäft. «Der Besitzer Oskar Schmid wollte die Kamera aber nicht zurücknehmen. Er machte mich auf den damaligen Filmclub Amriswil aufmerksam und meinte, ich solle dort einmal anklopfen.»

Wie ein grosser Traum

Christine Leumann wagte den Schritt und meldete sich beim Filmclub. «Der damalige Präsident Ruedi Hess hat gemeint, ich solle doch einfach im Filmclub vorbeikommen. Davon könne ich nur profitieren.» Schliesslich willigte ihr Mann doch ein. Christine Leumann lernte also die ersten Begriffe kennen und kaufte die ersten Filme. «Das war für mich wie ein grosser Traum», erzählt sie. Als Kind habe es für sie nichts schöneres gegeben, als einen Fotoapparat in den Händen zu halten und ihre Schwester abzulichten. Nicht einfach zu jener Zeit. «Mein Vater war im Krieg und wir hatten keinen eigenen Fotoapparat. Wir mussten immer zuerst etwas arbeiten und uns das Fotografieren verdienen.» Dass sie nun sogar mit bewegten Bildern arbeiten konnte, war für Christine Leumann ein besonderes Geschenk.

Den heimischen Garten, die Kinder und die Familie auf bewegten Bildern zu sehen, verwandelte die Ablehnung des Ehemannes in Freude. «Schliesslich hatte er nichts mehr dagegen, dass ich mit der Filmkamera unterwegs war. Da Christine Leumann bei der Bahn arbeitete, durfte sie gratis mit dem Zug fahren und drehte dabei immer öfter Filme.

Jedes Jahr an der Unica

Intensiver hat Christine Leumann der «Filmvirus» gepackt, als ihr Mann vor gut vier Jahren gestorben ist. «Ich brauchte eine Aufgabe und habe mich immer mehr der Filmerei zugewandt. Jedes Jahr fährt die 76-Jährige an die Unica, um die Beiträge der besten Filmer anzuschauen. «Dort mache ich mir Notizen und bleibe dann bei der Jury, um zu hören, wie sie den Film bewerten», sagt Christine Leumann. Sie habe nie Kurse machen können, das sei für sie wie ein Kurs.

Einmal hinter die grosse Kamera

Christine Leumann hat sich schon ab und zu am Clubwettbewerb beteiligt. Nicht ohne Erfolg. «Mit meinem ersten Beitrag habe ich 2003 den vierten Rang erreicht. Später folgten dritte und zweite Plätze. Mit den Dokumentarfilmen «Klinik Leukerbad», «Fischzucht Bodensee», «Vom Kern zum Saft» und «Hausbau mit System» hat Christine Leumann auch viermal den ersten Rang belegt.

Wenn ihr auch die Dokumentationen viel Spass machen, weiss Christine Leumann sofort eine Antwort auf die Frage nach ihren Träumen. «Ich würde gerne einmal bei einer grossen Veranstaltung hinter einer grossen Kamera stehen und filmen.»

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