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Bei diesem Theater mag niemand lachen

Das Theater Knotenpunkt zeigte im Pentorama, wie es ist, wenn Menschen sterben wollen. Sterbehilfe ist ein ernstes Thema, welches vom Publikum nicht nur angespannt verfolgt, sondern auch rege diskutiert wird.
Sarah Carracedo

AMRISWIL. Wie ist es, wenn ein Angehöriger sich dazu entschliesst, das Leben auf eigene Faust zu beenden, oder es in Erwägung zieht? Das Theaterensemble Theater Knotenpunkt aus Zürich setzte sich mit dem Thema Sterbehilfe auseinander und kreierte das interaktive Stück «Sterben à la carte – Palliative Care oder Exit» unter der Leitung von Fra Zeller.

Es ist eine Aufführung, in der nicht gelacht wird. Ein sehr ernstes und emotionales Thema wird von Publikum und Schauspielern analysiert und besprochen. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch, da die Meinungen zu Sterbehilfe auseinandergehen.

Diskutieren und besser machen

Im Stück wird dargestellt, wie es Patienten, Angehörigen und Pflegepersonal ergehen kann, wenn mit dem Gedanken Sterbehilfe gespielt wird. Wie aber in der Rolle der Ehefrau oder der Pflegefachfrau am besten agiert werden soll, ist sich das Publikum uneinig. Nachdem Schauspieler die drei Situationen gespielt haben, wird in einer offenen Diskussion gesagt, was gut war und was besser gelöst werden könnte. Anschliessend beginnt die Szene erneut und darf vom Publikum mit einem lauten «Stop» unterbrochen werden, falls jemand der Meinung ist, im Stück wäre falsch gehandelt worden. Es dauert nicht lange, und das erste Stop fällt bereits nach 30 Sekunden von Rebecca Müller. Kurzerhand wird sie von Moderatorin Zeller auf die Bühne gebeten. Die Schauspielerin wird durch die Laiin ersetzt, und die Szene läuft weiter, allerdings nicht mehr nach Drehbuch. So wird Szene für Szene von den 200 Zuschauern analysiert und neu gespielt.

Mit Sterbewunsch umgehen

Rebecca Müller ist seit diesem Sommer ausgelernte Fachangestellte Gesundheit im APZ. Sie hat Berufserfahrung und weiss, wie am besten zu handeln ist. Es gebe kein Richtig oder Falsch, aber trotzdem ist für sie klar: «Jede FAG muss das Gleichgewicht zwischen persönlicher Meinung, Einfühlsamkeit der Angehörigen und vor allem dem Wohl des Patienten finden. Ich war der Meinung, dass die Schauspielerin über den Patienten hinweg entschied und habe daher Stop gerufen».

Insgesamt durften vier Zuschauer die Bühne betreten und zeigen, wie sie in den Situationen als Pflegepersonal besser gehandelt hätten. Einer davon war auch Dominique Nobel, Leiter des APZ. Er zeigte, wie das Pflegepersonal im besten Fall mit den Angehörigen das Gespräch zu suchen hat. Seit der Bewilligung des Stadtrates ist nämlich auch im Alters- und Pflegezentrum in Amriswil die Sterbehilfe möglich.

Für den Fall vorbereitet sein

«Sterbehilfe ist im APZ zwar ein aktuelles Thema, wird aber von den Bewohner in zwei bis drei Jahren nur einmal angesprochen» erklärt Nobel. Dabei handle es sich um Bewohner, die bereits Mitglieder von Exit oder Dignitas seien und mit dem Gedanken spielen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Trotz geringer Nachfrage seitens Bewohner sei es zunehmend wichtig, die Öffentlichkeit auch mit unangenehmen Themen zu konfrontieren und aufzuklären.

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