Behörde schaut nicht länger zu

Mit einem juristisch abgesicherten und für alle verbindlichen Benutzungsreglement versucht die Volksschulgemeinde Bischofszell, den Auswüchsen auf ihren Anlagen Herr zu werden. Die Plätze sollen aber frei zugänglich bleiben.

Georg Stelzner
Drucken
Treffpunkt Sandbänkli: Halten sie die Vorschriften ein, dürfen sich die Jugendlichen in der Freizeit weiterhin dort aufhalten. (Bild: Rudolf Steiner)

Treffpunkt Sandbänkli: Halten sie die Vorschriften ein, dürfen sich die Jugendlichen in der Freizeit weiterhin dort aufhalten. (Bild: Rudolf Steiner)

BISCHOFSZELL. Das Verhältnis vieler Jugendlicher zur Schule ist ambivalent. Einerseits würden sie ihr am liebsten fernbleiben, andererseits begeben sie sich – zumindest in der Freizeit – sogar freiwillig dorthin. Weil sie sich dabei nicht immer so verhalten, wie die Erwachsenen das wünschen, kommt es zu Konflikten. Das bestätigt auch Felix Züst, Präsident der Volksschulgemeinde Bischofszell: «An verschiedenen Schulstandorten hat es wiederholt Vorkommnisse gegeben, über die sich Anwohner beschwert haben.

» Züst spricht von achtlos weggeworfenem Abfall, von Lärmbelästigung sowie von Alkohol- und Nikotinkonsum.

Nicht nur in der Stadt

Hausordnungen und Vorschriften habe es bereits bisher gegeben, betont der Schulpräsident. Zu deren Durchsetzung und zur Ahnung von Verstössen habe der Schulbehörde jedoch die rechtliche Grundlage gefehlt.

Züst: «Wir haben uns deshalb überlegt, was unternommen werden könnte und sind zum Schluss gekommen, dass es ohne amtliches Benutzungsreglement nicht mehr geht.» Stark betroffen von den Auswüchsen ist laut Züst naturgemäss die zentral gelegene und damit attraktive Schulanlage Sandbänkli in Bischofszell. Aber nicht nur. Auch in den Dörfern Hauptwil und Zihlschlacht hätten sich Jugendszenen gebildet, die man im Auge behalten müsse.

Im Gegensatz dazu seien von kleinen ländlichen Schulstandorten wie Blidegg, Kenzenau oder Hohentannen keine nennenswerten Zwischenfälle bekannt.

Kein Zutrittsverbot

Auch wenn die Schulbehörde nun entschlossen ist, auf sämtlichen Plätzen und Anlagen der Volksschulgemeinde für Ruhe und Ordnung zu sorgen, betont Präsident Züst, dass nicht daran gedacht sei, den Zutritt nach Beendigung des Unterrichts zu verbieten. «Die Schulanlagen bleiben öffentliche, frei zugängliche Plätze», versichert Züst.

Er habe Verständnis dafür, dass diese Orte aufgrund ihrer Attraktivität gern aufgesucht werden. Die Schulbehörde verlange aber, dass die elementaren Grundregeln des Zusammenlebens in Zukunft strikt eingehalten werden. Züst möchte das Benutzungsreglement denn auch nicht als Repressionsmittel, sondern als Richtschnur verstanden wissen. «Wer in der Freizeit eines unserer Schulareale aufsucht, soll sich dort so benehmen, wie er es auch im eigenen Wohnzimmer tun würde.»

Kontrollen wie bisher

Die Einhaltung der nunmehr exakt definierten und verbindlichen «Spielregeln» gezielt zu überwachen, ist laut Züst aus heutiger Sicht nicht vorgesehen. Die Schulanlagen würden wie bisher im Rahmen der üblichen polizeilichen Kontrollen aufgesucht.

Schulpräsident Felix Züst. (Archivbild: Nana Do Carmo)

Schulpräsident Felix Züst. (Archivbild: Nana Do Carmo)