Behörde bleibt mit Bürgern im Dialog

Der Gemeinderat von Wuppenau hat der Bevölkerung den angepassten Zonenplan vorgelegt. Die Änderungen stiessen mehrheitlich auf Zustimmung.

Deborah Rutz
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Beide sind zufrieden: Gemeinderat Walter Anken und Helene Pauli von der IG Dorfentwicklung Wuppenau vor dem angepassten Zonenplan. (Bild: Deborah Rutz)

Beide sind zufrieden: Gemeinderat Walter Anken und Helene Pauli von der IG Dorfentwicklung Wuppenau vor dem angepassten Zonenplan. (Bild: Deborah Rutz)

WUPPENAU. Es wurde viel diskutiert am Samstagmorgen in Wuppenau. Das Gesprächsthema «Dorfentwicklung» lockte zahlreiche interessierte Bewohner in die Primarschule, wo der angepasste Zonenplan präsentiert wurde.

Auch wenn die Umzonungsvorschläge des Gemeinderates nach wie vor viel Diskussionsstoff bieten, so wurden die Gespräche nicht mehr so emotional geführt wie noch im Frühjahr. Das mag in erster Linie daran liegen, dass die Situation, gerade beim umstrittenen Projekt beim Dorfeingang Hosenruck, im angepassten Zonenplan entschärft worden ist. Das Gebiet wurde auf der Nordseite, wo eine Einzonung für die Erschliessung von 15 Parzellen vorgesehen war, in den Richtplan zurückgestuft.

Den Dialog vorantreiben

Die Erschliessung dieser zusätzlichen Baufläche hatte für Zündstoff gesorgt. Mit einer Petition verlangte die IG Dorfentwicklung Wuppenau den Erhalt zweier Hochstamm-Obstwiesen sowie eine Sistierung der Neuplanung der Gemeinde in den nächsten drei bis fünf Jahren. Mit der Zurückstufung vom aktuellen Zonen- in den Richtplan hat der Gemeinderat nun 10 bis 20 Jahre Zeit, gemeinsam mit der IG Dorfentwicklung den Dialog mit der Dorfbevölkerung zu suchen.

Von einem Sieg will Helene Pauli von der Interessengemeinschaft aber nicht sprechen: «Es geht nicht um Erfolg oder Misserfolg. Wir wollen ja nicht zwingend einen Baustop, sondern den Einbezug der Bevölkerung in den Planungsprozess.» Pauli, die in Hosenruck lebt, betonte, dass das Problem damit noch nicht vom Tisch sei: «Das Land ist nach wie vor im Richtplan und somit in die langfristige Planung integriert. Wir werden also auch in Zukunft darüber sprechen. Wir wollen den Dialog mit der Bevölkerung.»

Bauen im Dorfkern

Der Grund für die Anpassung im aktuellen Zonenplan hat für Gemeinderat Walter Anken wenig mit der Diskussion in der Gemeinde zu tun, sondern mit zusätzlicher Baufläche in der Dorfmitte. «Wir haben immer betont, dass wir ein gemässigtes Wachstum anstreben. Man muss aber zuerst schauen, welches Land erhältlich ist. Es ist unser Ziel, wenn immer möglich im Dorfkern zu wachsen», sagte Anken.

Mit der neuen Einzonung des Gebietes im Dorfinnern hat die Gemeinde die Möglichkeit, zwei Mehrfamilienhäuser zu erstellen, und das ohne die Erschliessung weiterer Parzellen am Dorfrand. Auch wenn die Fläche in der Dorfmitte deutlich kleiner ist als jene beim Dorfeingang, so entspricht das Vorhaben weiterhin dem Leitbild der Gemeinde. «Auf der Nordseite wäre Platz für rund 15 Einfamilienhäuser, im Dorfinnern planen wir zwei Mehrfamilienhäuser mit zweimal sechs Wohnungen. Mit zwölf Wohneinheiten weisen wir fast den gleichen Wachstumsgrad auf. Der Bereich auf der Nordseite bleibt im Richtplan bestehen», sagte Anken.

Keine neue Landschaftskammer

Nicht mehr im neuen Zonenplan aufgeführt ist eine Fläche, die an das Gebiet des Primarschulhauses in Wuppenau grenzt und Platz für rund zehn Einfamilienhäuser geboten hätte. Die Vorprüfung des Kantons hat ergeben, dass man für den Bereich oberhalb des Schulhauses eine neue Landschaftskammer verbauen müsste. «In Absprache mit dem Kanton haben wir entscheiden, dass wir das nicht tun», sagte Anken.

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