Begehbar ab April

AMRISWIL. Die Baubewilligung für den fast 20 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Schollenberg steht bevor. Mit der Realisierung wartet der Gewerbeverein Amriswil, bis er die Finanzen beisammen hat.

Roger Häni
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Im Grünen: Der geplante Turm hoch über Amriswil. (Bild: Visualisierung: Krattiger Holzbau)

Im Grünen: Der geplante Turm hoch über Amriswil. (Bild: Visualisierung: Krattiger Holzbau)

AMRISWIL. Auf der Plattform sollen sich Spaziergänger, Wanderer und Schulreisegruppen über eine einmalige Weitsicht erfreuen und den Lebensraum Amriswil bewusster wahrnehmen können. Dies verspricht sich der Gewerbeverein Amriswil vom 19,5 Meter hohen Beobachtungs- und Aussichtsturm.

Er soll aber auch an das aktuelle 100-Jahr-Jubiläum des Gewerbevereins Amriswil – mit 220 Mitgliedern ist er einer der grössten im Kanton – erinnern und ein Dank an die Kunden sein, die dem regionalen Gewerbe in der Vergangenheit die Stange hielten.

«In den nächsten Wochen wird jedes unserer Vorstandsmitglieder persönlich bei Mitgliedern vorbeigehen», erklärt Präsident Markus Schütz. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen der Vereinsumfrage vor einem Jahr ist er optimistisch, die benötigten 450 000 Franken für den Bau zusammenzukriegen. Einen Beitrag erhofft sich Schütz auch vom kantonalen Lotteriefonds.

Nicht mit Logos verunstalten

Die Möglichkeiten für ein Sponsoring sind vielfältig – vom Patronatsgeber bis zum Treppenstufensponsor. «Zwei Patronatsgeber haben wir auf sicher, ebenso sind das Plattform- und das Dachsponsoring bereits vergeben», informiert der Gewerbevereinspräsident. Um die Architektur nicht mit Werbung zu verunstalten, hätten allerdings ausschliesslich die Patronatsgeber ein Anrecht auf Plazierung ihres Logos beim Holzturm, alle anderen würden namentlich erwähnt.

Baubeginn werde nächstes Jahr sein, wenn die Finanzen gesichert seien. Der Gewerbeverein geht von einer Bauzeit von sechs Wochen aus und legt Wert auf die Einbindung von Lehrlingen. Die Idee ist, dass der Turm noch vor Ablauf des Vereinsjahres (Ende April 2012) feierlich eröffnet werden kann.

Leichte Verschiebung des Turms

Dass es bisher gewisse Verzögerungen gegeben hat, führt Markus Schütz auf die Aussergewöhnlichkeit des Baus zurück. «Das richtige Vorgehen im ganzen Projekt war uns sehr wichtig.» Tatsächlich sind mit der Stadt als Parzelleneigentümerin, den Anstössern, Pächtern und dem Kanton etliche Parteien involviert. Mit den umliegenden Parzellenbesitzern kam man überein, nicht mehr als 20 Meter in die Höhe zu bauen, was der Gewerbeverein aus finanziellen Gründen auch nicht unbedingt angestrebt hatte.

Das Baugesuch im Juli blieb ohne Einsprachen, doch wurde im Eichenwaldgebiet auf Geheiss des Amts für Forstwirtschaft noch ein Rodungsgesuch mit Ersatzaufforstung nötig. Dieses lag bis Anfang Oktober auf und blieb ebenfalls ohne Einsprachen. Die Baubewilligung steht gemäss dem Amriswiler Bauverwalter Manfred Wagner kurz bevor.

Gegenüber dem ursprünglichen Projekt verschiebt sich der Turm noch um einige Meter und kommt nun direkt beim Reservoir Schollenberg – auf einer Anhöhe zwischen Obermühle und Bergermühle, Schocherswil und Räuchlisberg – zu stehen.

Keine Autozufahrt

Der Zugang werde nur per Velo oder zu Fuss möglich sein, nicht aber mit dem Auto, sagt Markus Schütz. Parkplätze gebe es in vertretbarer Gehdistanz in Mühlebach oder in Schocherswil. Auch auf eine Grillstelle wird verzichtet. Der Turm soll kein Marketing-Gag sein, sondern ein Beitrag an Natur und Umwelt, hält Markus Schütz fest. «Ein Ort, um in unserer hektischen Zeit herunterzufahren und den Lebensraum aus einer anderen Sichtweise wahrzunehmen.»

Ist der Turm einmal gebaut und eingeweiht, schenkt der Gewerbeverein ihn der Stadt. Sie wird Eigentümerin mit allen Rechten und Pflichten, ist also künftig zuständig für Betrieb und Unterhalt.