Befang baut Eigenkapital ab

Die Sekundarschule Befang weist trotz rückläufiger Schülerzahlen und geringer Steuerkraft gesunde Finanzen auf. 2015 resultierte ein Überschuss.

Christof Lampart
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SULGEN. Mit seiner musikalischen Einleitung öffnete der junge Pianist Oktay Duman die Ohren der 40 Stimmberechtigten für die Zahlen der Sekundarschule Befang in Sulgen. Tatsächlich liess die Jahresrechnung 2015 keinen Platz für Kritik. Der Finanzverantwortliche Emil Harder konnte anstatt des budgetierten Aufwandüberschusses von 134 300 Franken einen Ertragsüberschuss von 148 700 Franken präsentieren.

Emil Harder führte die Besserstellung um 283 000 Franken gegenüber dem Budget 2015 vor allem auf die Mehrerträge bei den Steuern (plus 150 000 Franken) und bei den Rückerstattungen von Gemeinwesen (plus 116 000 Franken) zurück.

Verlust wegen Mehraufwand

Die Rechnung 2015 wurde ebenso einstimmig abgesegnet wie auch das Budget 2016, das bei einem unveränderten Steuerfuss von 36 Prozent mit einem Aufwandüberschuss von 186 300 Franken rechnet. Das Minus sei vor allem auf Mehraufwendungen bei der Schulsozialarbeit und dem Finanzausgleich des Kantons – Sulgen muss 72 000 nach Frauenfeld abliefern – zurückzuführen und könne mit dem Eigenkapital gedeckt werden. Der Finanzplan sieht vor, dass das in den Konten Eigenkapital (1,446 Millionen Franken) und Vorfinanzierungen (1,055 Millionen Franken) angehäufte Vermögen bis 2021 um bis zu eine Million Franken abgebaut werden kann. Denn bei Jahrgangszahlen von 58 Schülern sei eine Reduktion von drei auf zwei Jahrgangsklassen «kein Thema, da ansonsten die Klassen zu gross würden», betonte Schulpräsident Peter Welti Cavegn.

Ab 2021 könne es aber kritisch werden, wenn man mit dem bisherigen Steuerfuss von 36 Prozent bei gleichzeitig sinkenden Schülerzahlen weiterfahren wolle. Bereits heute wären für ein ausgeglichenes Budget 38 bis 39 Steuerprozente nötig.

Kein WLAN in der Pause

Ja sagten die Stimmberechtigten auch zur Beschaffung neuer Informatikmittel für 197 000 Franken, welche zum grössten Teil jedoch durch eine Vorfinanzierung von 150 000 Franken bereits gesichert ist. Zu reden gab die Installation eine schulinternen WLAN-Anlage. Eine Mutter erklärte, dass sie es nicht gut fände, wenn die Schüler noch mehr Zeit online verbrächten. Schulleiter Magnus Jung erklärte, dass das WLAN nur dazu diene, dass man im Unterricht – die Schüler arbeiten neu vor allem mit Tablets – überall einen guten Empfang habe. Ansonsten sei das WLAN gesperrt.

Zeugnis gefälscht

Welti informierte über die «gute Zusammenarbeit», mit der Schulsozialarbeit, welche von rund 10 bis 15 Prozent aller Schülerinnen und Schüler beansprucht wurde und «wertvolle Beziehungsarbeit leistet», sagt Welti. Besorgniserregend waren im 2015 jedoch die Interventionsgründe: Jugendlicher mit Androhung von Fremdgefährdung, Jugendliche mit hohem Grad an Selbstgefährdung, Verdacht auf Kindsmisshandlung, Klassenintervention wegen Mobbing, Selbstverletzungen und die Fälschung eines Zeugnisses.