Beerli, Iseli und Widmer dürfen vor den Gemeinderat

Der Gemeinderat ist nach Vorliegen der Hochhausstudie bereit, sich mit den Vertretern des «Bodan»-Grossprojektes zu treffen. Architekt Fredy Iseli macht sich allerdings keine allzu grossen Hoffnungen in Bezug auf den Ausgang des Gesprächs.

Daniel Walt
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Diskussionsstoff: Die von privater Seite angestrebte «Bodan»-Grossüberbauung. Wie hoch sie würde, ist laut den Initianten verhandelbar. (Bild: Visualisierung: Immo Contor AG/Iseli Architektur AG)

Diskussionsstoff: Die von privater Seite angestrebte «Bodan»-Grossüberbauung. Wie hoch sie würde, ist laut den Initianten verhandelbar. (Bild: Visualisierung: Immo Contor AG/Iseli Architektur AG)

Wiederholt hatte Geschäftsmann Rolf Beerli, Initiant der Pläne für eine Grossüberbauung mit neuem Gemeindesaal auf dem «Bodan»-Areal, dem Gemeinderat das Gespräch angeboten. Als Beerli dann eine Liegenschaft unmittelbar neben dem Areal kaufte (das Tagblatt berichtete), erneuerte er sein Gesprächsangebot in einem Mail, welches er an sämtliche Behördenmitglieder schickte. In der Folge erhielt Beerli eine Gesprächseinladung.

«Alle gleich behandeln»

«Sie informieren uns über den Erwerb der Liegenschaft Bankstrasse 2a und wünschen ein Gespräch bezüglich der Zukunft des <Bodan>-Areals», hält der Gemeinderat in einem vom 9. Juni datierten Schreiben fest. In der Zwischenzeit habe er von der Hochhausstudie Kenntnis genommen, deren Ergebnis an einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung am Donnerstag, 8. Juli, 20 Uhr, vorgestellt werden.

«Mögliche Investoren, zu denen wir Sie ebenfalls zählen, beziehungsweise Planer werden nach der Veranstaltung persönlich in schriftlicher Form über das weitere Vorgehen informiert», teilt der Gemeinderat Beerli weiter mit. So kann laut Behörde gewährleistet werden, dass alle Interessenten gleich behandelt werden. «Nach der öffentlichen Orientierungsveranstaltung ist eine Delegation des Gemeinderates gerne zu einem informellen Gespräch mit Ihnen bereit», heisst es im Schreiben, verbunden mit zwei Terminvorschlägen für den Juli.

Freude, aber auch Zweifel

Architekt Fredy Iseli hält fest, die Projektvertreter freuten sich über die Gesprächsbereitschaft der Behörde. «Die Gemeinde will das Thema jetzt anscheinend an die Hand nehmen und möglichst rasch zu einer Lösung kommen», sagt er. Seine Vermutung ist, dass der öffentliche Druck dazu beigetragen habe, dass die Behörde jetzt zu einem Gespräch bereit sei.

Hingegen mag Iseli nicht so recht daran glauben, dass die Behörde ihre Ansichten zum «Bodan»-Grossprojekt beziehungsweise zum Thema Gemeindesaal grundsätzlich geändert hat. Er hat aufgrund von kursierenden Informationen viel eher den Eindruck, die von der Gemeinde in Auftrag gegebene Hochhausstudie empfehle, auf dem «Bodan»-Areal nicht stark in die Höhe zu bauen, und dass der Gemeinderat am bestehenden Gestaltungsplan festhalten wolle.

«Wir würden uns aber selbstverständlich freuen, wenn es doch zu einem Meinungsumschwung in der Behörde gekommen wäre», sagt Iseli.

«Saalprojekte gegenüberstellen»

«Grundsätzlich ist es wichtig, dass wir miteinander ins Gespräch kommen. Wir möchten der Behörde zeigen, dass wir keine bösen Absichten haben, sondern dass man Romanshorn mit einem solchen Projekt weiterbringen könnte», sagt Fredy Iseli. Den Initianten sei bewusst, dass über die Höhe der «Bodan»-Überbauung gesprochen werden müsse.

«Generell ist klar: Wenn die Gemeinde will, kann man vieles machen», sagt er. Nach allem Zwist fände er es zudem empfehlenswert, wenn ein neutrales Büro Vor- und Nachteile des Gemeindesaal-Projektes auf dem Güterschuppenareal sowie des «Bodan»-Projektes mit Saal auflisten würde. Dabei müsse nicht zwingend letzteres besser abschneiden, so Iseli, denn: «Auch ein Saal am See kann Vorteile haben – man muss ja nicht alles von der Kostenseite her anschauen. Wichtig wäre einfach einmal eine saubere Gegenüberstellung.»

Fredy Iseli, Architekt.

Fredy Iseli, Architekt.

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