Baustelle verursacht grossen Lärm

In Ermatingen werden Panzersperren aus der Fruthwilerstrasse entfernt. Für die Anwohner ist der Lärm unerträglich. Sie wehren sich und ärgern sich darüber, dass sich niemand wirklich zuständig fühlt.

Nicole D'orazio
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Schauen sich die laute Baustelle an: Die Betroffenen Hanspeter Ilg, Walter Oswald und Eugen Frei. (Bild: Nicole D'Orazio)

Schauen sich die laute Baustelle an: Die Betroffenen Hanspeter Ilg, Walter Oswald und Eugen Frei. (Bild: Nicole D'Orazio)

ERMATINGEN. Manchmal versteht Walter Oswald sein eigenes Wort nicht. Dann und wann wackeln auch die Wände. «Wir haben hier unglaubliche Zustände», sagt der Ermatinger, der an der Fruthwilerstrasse sein Treuhandbüro hat. Seit Ende August werden vor dem Restaurant Rebstock die Panzersperren entfernt. «Die Arbeiten mit einem Presslufthammer-Bagger verursachen einen wahnsinnigen Lärm. Es sind zuweilen über 110 Dezibel», klagt er. «An Arbeit ist nicht zu denken.»

Oswald ist mit seinem Ärger nicht alleine. Auch Eugen Frei, Besitzer der «Rebstock»-Liegenschaft, und Hanspeter Ilg vom Holzbauunternehmen nebenan sind genervt. «Das Restaurant ist seit einem Jahr geschlossen. Solange die Baustelle vor dem Haus ist, finde ich keinen neuen Pächter», sagt Frei. Einige Interessenten hätten sich das Objekt angeschaut, hätten aber beim Anblick der Baustelle und wegen des Lärms abgewinkt. «Das gleiche gilt für die Wohnungen. Es ist sogar jemand wegen der hohen Immissionen ausgezogen. Und neue Mieter konnte ich bisher nicht finden.» Das sei für ihn ein finanzieller Verlust.

Bauarbeiten dauern länger

Ursprünglich sei von einer einmonatigen Baustelle die Rede gewesen, sagt Ilg. «Mittlerweile sind es drei. Die Arbeiten dauern sicher noch zwei Wochen.» Anscheinend hätten noch die Leitungen ausgetauscht werden müssen, was die Arbeiten verzögerte, sagt Ilg.

Die drei ärgern sich auch über die schlechte Informationspolitik. «Es ist sehr schwierig, die richtige Ansprechperson zu finden», sagt Oswald. Weder die Gemeinde noch der Kanton seien zuständig. Und bei der Armasuisse, dem Bundesamt für Rüstung, dem die Panzersperren gehören, sei er nicht ernst genommen worden. «Ein Beamter verhöhnte mich und sagte, ich solle mich doch direkt an Bundesrat Ueli Maurer wenden. Das war eine Frechheit.» Er habe dann wirklich einen Brief an Maurer gesandt und eine standardisierte Antwort erhalten.

Freche Antwort eines Beamten

Oswald ärgert sich, dass er als Bürger nicht ernst genommen wird, und über die Unsummen, die von der Armasuisse ausgegeben werden. «Ich bin überzeugt, dass man die Panzersperren auch in einer schnelleren und günstigeren Methode entfernen könnte. Aber das haben die ja nicht nötig.» Er schätzt die Kosten allein für den Rückbau der Panzersperren an der Fruthwilerstrasse auf eine halbe Million Franken. Das sei doch eine Verschwendung von Steuergeldern.

Die drei hoffen, dass die Baustelle so schnell wie möglich geräumt wird. «Es gibt aber noch weitere Panzersperren im Dorf. Dort sollten die Fehler nicht wiederholt werden», sagt Oswald. Die drei erhoffen sich vom Bundesamt auch entsprechende Entschädigungen. «Die Fassade des Hauses ist völlig verdreckt», sagt Frei. Und auch die Parkplätze seien beschädigt worden. Bei einigen Nachbarhäusern habe man Risse in den Wänden entdeckt. «Wir geben uns bestimmt nicht mit Brotkrumen zufrieden», meint Oswald kämpferisch.

Von der Armasuisse konnte gestern niemand Auskunft geben. Es wurde jedoch eine Stellungnahme in den nächsten Tagen in Aussicht gestellt.