Bauland ist ein rares Gut

WEINFELDEN. Die CVP Weinfelden hat am Donnerstag die Petition «Sorgfältiger Umgang mit Bauland» mit 761 Unterschriften eingereicht. Die Parteivertreter stossen sich besonders an einstöckigen Läden mit grossen Parkplätzen in Industriezonen.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Gemeindeschreiber Reto Marty nimmt die Petition «Sorgfältiger Umgang mit Bauland» im Gemeindehaus entgegen. Eingereicht wird sie von der CVP Weinfelden mit Peter Büchel, Antonia Hochstrasser, Marianne Bommer, Präsidentin Annelise Schifferle und Beat Curau. (Bild: Mario Testa)

Gemeindeschreiber Reto Marty nimmt die Petition «Sorgfältiger Umgang mit Bauland» im Gemeindehaus entgegen. Eingereicht wird sie von der CVP Weinfelden mit Peter Büchel, Antonia Hochstrasser, Marianne Bommer, Präsidentin Annelise Schifferle und Beat Curau. (Bild: Mario Testa)

«Es ist eine Unternutzung des wertvollen Bodens, wenn eingeschossig gebaut wird mit riesigen Parkplätzen – und <Unternutzung> ist noch sanft ausgedrückt», sagt Peter Büchel. Zusammen mit vier Parteikollegen hat er am Donnerstagmittag die Petition «Sorgfältiger Umgang mit Bauland» bei der Gemeinde eingereicht. Gemeindeschreiber Reto Marty hat die Mappe mit der Petition entgegengenommen, die 761 Personen unterschrieben haben. «Mit unserer Petition wollen wir erreichen, dass künftig sorgfältiger mit dem kostbaren Gut Bolden umgegangen wird», sagt Büchel.

Besonders die Entwicklung im Südwesten und Osten von Weinfelden in den vergangenen Jahren hat die Exponenten der CVP aufhorchen lassen. So sind im Westen an der Walkestrasse knapp ein Dutzend Läden in einstöckigen Gebäuden entstanden, dazu ein sehr grosser Parkplatz. «Unsere grösste Sorge gilt dem immer knapperen Bauland», sagt Beat Curau. «Wenn solcher Landverschleiss dazu führt, dass die einheimische Industrie und das Gewerbe keinen Platz mehr finden, um zu expandieren, ist das ein sehr grosses Problem.»

Industrie bringt Arbeitsplätze

Besonders stossend für die CVP ist, wenn in Industriezonen Läden gebaut werden – und dann noch nur einstöckig. «Industriebetriebe schaffen viele Arbeitsplätze – viel mehr, als es ein paar Läden tun. Zudem konkurrenzieren die Läden auf dem günstigen Bauland zusätzlich das Zentrum, wo der Boden für Geschäfte teurer ist», sagt Curau. «Die Entwicklung ging viel zu schnell, und es wurde nicht reagiert. Der Gemeinderat hat sich in dieser Frage immer zurückgehalten und alles dem freien Markt überlassen.» Deshalb wolle die CVP mit der Petition dafür sorgen, dass künftig mit Vorschriften solche Fehlentwicklungen verhindert werden könnten und korrigierend eingegriffen werden könne (siehe Kasten). «Zurzeit läuft die Revision der Ortsplanung, da können unsere Anliegen noch einfliessen.»

761 Personen haben die Petition unterschrieben. Gross sei der Aufwand nicht gewesen, um diese Unterstützung zu erfahren. «Wir hatten nur wenige Standaktionen. Sehr viele Leute haben uns in unserem Anliegen schnell unterstützt, ohne grosse Überzeugungsarbeit leisten zu müssen», sagt Curau. Man habe sich beim Start der Unterschriftensammlung 700 bis 800 Unterschriften zum Ziel gesetzt und dieses nun auch erreicht. Zu den Unterschriften auf den Papierbögen kommen jene dazu, die auf einer speziellen Plattform im Internet abgegeben wurden.

Petition ist nur ein Anstoss

Eine Petition ist im Gegensatz zu einer Initiative nicht gleich bindend. «Daher ist es grundsätzlich auch egal, wie viele Leute unterschreiben», sagt Gemeindeschreiber Reto Marty. «Aber natürlich verleihen so viele Unterschriften dem Ansinnen mehr Gewicht.» Der Gemeinderat werde in einer der kommenden Sitzungen die Petition sicher diskutieren und eine Antwort dazu verfassen. «Der Ortsplanungsprozess hat gerade erst angefangen und dauert sicher noch eine Weile. Die Absichten der Petitionäre könnten also durchaus noch einfliessen.»

Aktuelle Nachrichten