Bauern griffen zu Bier statt Obstsaft

Mit Absatzproblemen hatten die Landwirte aus Oberaach vor hundert Jahren zu kämpfen. Und damit, dass auch in der Landwirtschaft mehr Bier getrunken wurde statt Obstsaft. Also gründeten sie eine Genossenschaft. Diese feiert nun Jubiläum.

Rita Kohn
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Nicht leicht hatten es vor hundert Jahren die Obstbauern der Region. Da sie nicht organisiert waren, waren sie den Kräften der freien Marktwirtschaft ausgeliefert. Überschüsse konnten sie kaum verkaufen oder wenn, dann nur zu einem schlechten Preis. Dazu kam, dass der Bierkonsum anstieg – auch in der Landwirtschaft –, weil es zu wenig gut gekelterten Obstsaft auf dem Markt gab. Grund für ein paar fortschrittliche Bauern, eine Mostereigenossenschaft zu gründen. Unter dem Namen OGO Obstverwertungsgenossenschaft Oberaach wurde die spätere Landi aus der Taufe gehoben. Dass die neue Genossenschaft ihren Standort in Oberaach hatte, kam nicht von ungefähr: Immerhin wurde im gleichen Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft die Bahnstation Oberaach gebaut.

Millionen-Unternehmen

Heute generiert die Landi Aachtal einen Umsatz von 51 Millionen Franken jährlich. Dies mit 70 Mitarbeitern in Teilzeit- und Vollzeitanstellungen. Ein wichtiger Faktor, wie Geschäftsleitungsmitglied Urs Huber an einer Presseinformation erläuterte. Denn ohne die Leute, die alle am gleichen Strick zögen, wäre diese stetige Weiterentwicklung der Landi nicht möglich gewesen. Ohne Entwicklung aber gebe es Stillstand und Stillstand bedeute effektiv Rückschritt, betonte Huber. Stillgestanden ist die Landi in den vergangenen Jahres keineswegs. Nicht nur, dass sie nach und nach verschiedene Geschäftszweige auf- und ausgebaut hat, auch grössere Bauvorhaben wurden und werden verwirklicht.

Nicht nur Landwirte

Zugelegt hat die Landi Aachtal auch in Sachen Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Von den 312 Mitgliedern sind längst nicht mehr alle in der Landwirtschaft tätig. Die Zahl der nichtbäuerlichen Mitglieder nehme stetig zu, sagte Urs Huber. Mit der Eröffnung des Landi-Marktes im Schrofen ist die Landi Aachtal noch verstärkt ins Bewusstsein der nichtbäuerlichen Bevölkerung gerutscht. «Der Landi-Markt hat sich besser entwickelt, als wir gehofft hatten», freut sich Urs Huber.

Gemeinsam feiern

Nachdem die Landi so tief in der Bevölkerung verankert ist, sollen auch alle etwas davon haben, dass sie Grund zum Jubilieren hat. So sind über das ganze Jahr hinweg zahlreiche Jubiläumsanlässe und spezielle Angebote geplant – einiges davon konnte schon umgesetzt werden. Ganz besonders gross gefeiert wird dann im August. Für das Wochenende vom 15. bis zum 17. August ist das grosse Jubiläumsfest unter dem Motto «Natürlich für alle» geplant. Dabei wird, ganz so wie es sich für eine landwirtschaftliche Genossenschaft gehört, auf dem Feld gefeiert. Man wolle für das Jubiläumsfest eine Schneise in ein Sonnenblumenfeld schlagen und dort einen Teil der Festaktivitäten stattfinden lassen, sagt Urs Huber. Das Sonnenblumenfeld wird in unmittelbarer Nachbarschaft zum Landi-Markt im Schrofen stehen.

Wetterfeste Anlage

Um auch für weniger gutes Wetter gewappnet zu sein, wird gemäss Huber eine grosszügige Infrastruktur mit Zelt und eingestreutem Boden zur Verfügung stehen. «Es wird also niemand im Schlamm versinken, sollte es tatsächlich gerade nicht so schön sein», lacht er. Schliesslich hat man mit dem OK-Chef Pius Angehrn einen versierten Mann an der Hand. Der Organisator der Siebenschläfer-Party kennt sich mit Infrastruktur für grössere Anlässe aus und hat auch bei der Zusammenstellung der Aktivitäten am Dreitagefest aus dem vollen schöpfen können.

Rennen, Umzug, Ausstellung

Dem Publikum wird am Jubiläumsfest einiges geboten: Auf dem Programm sind Punkte wie ein Einachser-Demonstrationsrennen, ein Umzug, der die Entwicklung der Landmaschinen aufzeigt oder eine Ausstellung über die Landi zu finden. Es stehen aber auch anderweitig Spiel und Spass an, es wird für alle etwas dabei sein, wie das OK versichert.

Zurückgreifen konnte die Landi Aachtal nicht nur auf einen bewährten OK-Chef, sondern auch auf Helferinnen und Helfer, die sich in der jüngeren Vergangenheit als versierte Festveranstalter bewiesen haben: Mit dabei sein werden der DTV und der TV Oberaach sowie die Glöggli-Clique. Auch der für den Sonntag vorgesehene Brunch kommt aus den Händen von Fachfrauen: Für diesen stehen die Landfrauen Hefenhofen-Sommeri zur Verfügung. Damit sei man sicher, im Schrofen ein gelungenes Fest bieten zu können, sagte Urs Huber.

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