Baubeirat unterstützt Behörden

Bei der Beurteilung von Baugesuchen für grössere Projekte oder solchen in sensiblen Gebieten steht den Bewilligungsbehörden in Romanshorn künftig ein Fachgremium zur Seite.

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ROMANSHORN. Die Baukommission zog in den vergangenen zwölf Monaten bei heiklen Baugesuchen versuchsweise einzelne Fachleute bei. Aufgrund der positiven Erfahrungen will der Gemeinderat in seiner Entscheidungsfindung künftig die fachliche Unterstützung institutionalisieren lassen. Er hat deshalb beschlossen, einen Baubeirat einzusetzen.

Die Mitglieder dieses beratenden Gremiums würden grosses Wissen aus den Fachbereichen Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur, Grünraumgestaltung und Ortsplanung einbringen, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde. Der Baubeirat wird nur nach Bedarf zusammengerufen. Er wird vier- bis sechsmal jährlich und jeweils in einer Dreier-Besetzung tagen, wobei diese aus dem Gesamtgremium je nach den sich stellenden Fragen bestimmt wird.

Sechs Mitglieder

Der Gemeinderat hat in den Baubeirat gewählt: Tina Arndt, Architektin ETH/SIA aus Zürich, Barbara Holzer, Architektin ETH aus Zürich und Berlin, Beat Rothen, Architekt ETH/SIA/BSA aus Winterthur und Marcel Muri, Architekt ETH/SIA, aus Zürich. Dazu wird zurzeit noch ein Landschaftsarchitekt gesucht.

Dem Baubeirat gehören zudem mit beratender Stimme der Romanshorner Ortsplaner Hanspeter Woodtli sowie Gemeinderat Danilo Clematide, Präsident der Baukommission, als Vertreter der Bewilligungsbehörde an.

Nur Empfehlungen

Der Baubeirat gibt lediglich eine Empfehlung an die Baubehörde ab. Den Entscheid fällt unabhängig wie bisher das nach Romanshorner Gemeindeordnung zuständige Gremium, je nach Bauobjekt die Baukommission oder der Gemeinderat.

Es wird mit einem Kostenaufwand von rund 13 000 Franken jährlich gerechnet. Wobei der Aufwand teilweise mit den Gebühren durch die Gesuchsteller abgegolten wird. Arbeitet die Bauherrschaft aus eigener Initiative in einem Wettbewerbsverfahren mit einer Fachjury zusammen, wird auf die Beurteilung durch den Baubeirat verzichtet.

Die Baukommission werde die Einsatzgebiete noch festlegen und diese gegenüber den betroffenen Eigentümern und allfälligen Investoren kommunizieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Solche Gebiete werden insbesondere die gesamte Kernzone, das Hafenareal, die Ortsbildschutzzonen, die Areale am Seeufer sowie weitere grössere Areale und heikle Gebiete innerhalb intakter Quartiere sein. Diese Auflistung wird regelmässig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Im nächsten Jahr sollen weitere Richtlinien erarbeitet werden. (red.)